Potsdamer Tanztage 2019Potsdam

Dancing Future. Fokus Bauhaus100

 14. Mai bis 26. Mai 2019

Die Potsdamer Tanztage haben sich seit ihrer ersten Ausgabe 1991 als eines der herausragenden internationalen Tanzfestivals in Deutschland etabliert. Für zwölf Tage wird die Landeshauptstadt Brandenburgs zur Bühne der internationalen Tanzszene. Mit knapp 9.000 Besuchern sind die Potsdamer Tanztage das größte Festival für darstellende Kunst im Land Brandenburg. Unter dem Motto «dancing future. Fokus Bauhaus100» spüren die Potsdamer Tanztage den Einflüssen der Bauhaus-Praktiken und -Methoden auf den Tanz und die performativen Künste bis in unsere Zeit nach und befragen heutige Choreographen auf ihre Vorstellungen von Zukunft.

Themen wie die Verhältnisse von Körper und Stadt-Raum, neue Körper(bilder) im Zeitalter künstlicher Intelligenz und digitaler Technologie stehen im Zentrum der programmatischen Betrachtung. Dabei zeigt das internationale Programm auf, dass Prinzipien, Arbeitsweisen und Methoden der Bauhaus-Schule nicht nur in Architektur und Design radikale Veränderungen bewirkten sondern auch den Tanz revolutionierten und neue choreographische und performative Formate hervorbrachten. Neben der Präsentation von Bauhaus-Arbeiten wie der Rekonstruktion des «Triadischen Balletts» von Oscar Schlemmer in der Fassung von Gerhard Bohner & Ivan Liska stehen Werke wie die 2004 entstandene Schlemmer-Hommage «Formas Breves» der Brasilianerin Lia Rodrigues.

Arbeiten von Künstlern, die direkt von ehemaligen Bauhaus-Lehrern beeinflusst wurden, bilden einen weiteren wesentlichen Teil des Programms. So die Rekonstruktion eines der bahnbrechenden Werke der 60er Jahre in den USA, «parades & changes» der Choreographin Anna Halprin zum Musikscore des Elektropioniers Morton Subotnick in der Rekonstruktion der französischen Choreographin Anne Collod oder die Werke für präpariertes Klavier von John Cage, die den Schweizer Thomas Hauert zu seinem Stück für junges Publikum «Danse étoffée sur musique déguisée» inspirierten.

Fester Bestandteil des Festivals sind neben den Vorstellungen und zahlreichen Konzerten auch Workshops und Tanzlabore, die sich ebenso an interessierte Laien wie an professionelle Tänzer richten.

Festival Made in Potsdam

Das Triadische Ballett

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Das Triadische Ballett Photo: Wilfried Hösl

von Oskar Schlemmer / Gerhard Bohner & Ivan Liska

Di, 14. Mai 19:30 Uhr Mi, 15. Mai 20 Uhr Hans-Otto-Theater Potsdam

Reisende Körper im Außen

Kurzfilme von Oscar Loeser

Die fabrik präsentiert mit fünf Video-Arbeiten einen Rückblick auf das vielseitige filmkünstlerische Schaffen des Filmemachers Oscar Loeser. In drei Filmen zeigen sich sein bereits früh formuliertes Interesse an choreografischem Material und sein verspielter, zugleich präziser Blick auf die Beziehungen von Körper und Umwelt (Jardin des Plantes, Breaking, As fare as the eye can hear). Daneben spiegelt Loeser in zwei experimentell-dokumentarischen Arbeiten (Palast und Grenzverläufe) Versatzstücke und Erinnerungs-Splitter zur Geschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung.

EINTRITT FREI

Mi, 9. Januar 19 Uhr Fabrik Café

Feeding Back (Vorpremiere)

David Brandstätter & Malgven Gerbes / shifts (Berlin/Le Havre)

Die Digitalisierung ist ein unvermeidbares Thema in unserer Gesellschaft. Dieser Prozess informiert uns so sehr, wie er uns manipuliert. Welche Mechanismen gibt es im digitalen Zeitalter? Wo liegt unsere Verantwortung als Nutzer? Feeding Back ist ein Stück für fünf PerformerInnen, einen Gast und das Publikum – ein Dialog über sozialen Widerstand, eine engagierte Choreographie über die Strategien, die wir noch erfinden müssen, um autonome Wesen zu bleiben. Im Anschluss an die Aufführung werden die durch die Performance gewonnenen Erkenntnisse von einem eingeladenen Gast (Sophia Pietryga) im Austausch mit dem Publikum diskutiert und neu formuliert. An einem anderen Ort (im Kunstraum, 11.01. um 19 Uhr) wird das Stück zwei Tage später unter dem Namen "Feedback: Potsdam" in einer neuen Choreographie von Sophia Pietryga präsentiert, die so die Arbeit transformiert und zu weiteren Interpretationen einlädt!

Mi, 9. Januar 19:30 Uhr fabrik Potsdam - Große Bühne

Eine Frage der Zeit

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Photo: Michael Lüder

Vernissage: Do 10. Januar 2019, 20:00 Die Ausstellung läuft bis zum So 17. Februar 2019, Mi-So, 13:00-18:00

In den vergangenen drei Jahren und für mindestens fünf weitere hat sich das Rechenzentrum als eine wichtige Produktionsstätte der Kunst-, Kultur- und Kreativbranche der Stadt etabliert. Zum Festival Made in Potsdam zeigt der Kunstraum Arbeiten von 22 KünstlerInnen, die ihren Schaffensort im Rechenzentrum haben und somit Teil der Potsdamer sind. Bewusst wird ein temporärer Zustand festgehalten, werden Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Ausdrucksformen, die sich im Rechenzentrum finden, zueinander gestellt. Von klassischer Malerei, Konzeptkunst bis hin zur Performance zeigt sich ausschnitthaft die Vielfalt des Kunstschaffens in der Potsdamer Mitte.

Mit Arbeiten von: Dreimeterturm, R. Fischer, N. Fritz, Y. Harkanyi, L. Kaiser, I. Klauck, A. Korejba, R. Lindebaum, M. Lüder, A. Maecker, M. Noll, K. Ollroge, I. Pehla, S. Pietryga, M. Raesch/M. Louvel, J. Ruge, J. Scheel, C. Stötzner, E. Ternovaja, B. Thieme, Uniater, J. van Dijk, M. Veldhuis, J. Waluszko, S. Westphal

EINTRITT FREI

Do, 10. Januar 20 Uhr Kunstraum

Raw light

Anna Nowicka (Berlin/Warschau)

Aus der Dunkelheit entpuppt sich ein Körper, dessen schnelle, mechanische Bewegungen das menschliche Wesen verschwimmen lassen. Arme und Beine scheinen ein Eigenleben zu entwickeln, während der Kopf mit kindlicher Naivität folgt. Wer steuert hier wen? Raw Light entsteht aus dem starken Wunsch Anna Nowickas, allein auf der Bühne zu sein. Ihr Fokus liegt auf Imagination, Aufmerksamkeit, Träumen und der Wirkung von Bildern, die den Körper erweitern. Eine physische Solo-Reise aus flimmernden Momenten, die zwischen Realem und Imaginiertem wechseln und vielschichtige Bewegungsqualitäten hervorbringen. Selbst in der Stille liegt eine vibrierende Intensität.

Do, 10. Januar 20:30 Uhr Sa, 12. Januar 19:30 Uhr T-Werk

Trip - Henn Miller's Music Van

Im hinteren Teil ist Platz für einige Passagiere. Es ist der Beginn eines Roadtrips. Henn Miller nutzt den Van als Klangraum, Instrument und Bühne. Live-Looping von perkussiven Klängen, elektronischen und akustischen Instrumenten. Man hört: Türen schließen, zerschlagene Fenster, Motoren, Vibrationen und Metallgeräusche. Ein improvisierter Soundtrack, inspiriert von legendären Roadmovies wie Vanishing Point, Thelma and Louise und Easy Rider. Steig in den Van!

Konzept und Performance: Henn Miller und Gast Dauer: ca 20 Minuten ( 19:00Uhr bis 23:00Uhr)

Fr, 11. Januar 19 Uhr Sa, 12. Januar 19 Uhr fabrik Garten

Feedback

David Brandstätter & Malgven Gerbes / shifts (Berlin/Le Havre)

Im Stück Feeding Back am 09.01. haben David Brandstätter und Malgven Gerbes mit fünf PerformerInnen das Thema der Digitalisierung und ein Dialog über sozialen Widerstand inszeniert. Im Anschluss an die Aufführung wurden die durch die Performance gewonnenen Erkenntnisse von einem eingeladenen Gast (Sophia Pietryga) im Austausch mit dem Publikum diskutiert und neu formuliert.
Im Kunstraum wird das Stück unter dem Namen "Feedback: Potsdam" in einer neuen Choreographie von diesem Gast präsentiert, der so die Arbeit transformiert und zu weiteren Interpretationen einlädt!

Fr, 11. Januar 19 Uhr Kunstraum

Le Grand continental - Der Film

Filmpremiere

Als Europapremiere im Mai 2018 war Le Grand Continental von Sylvain Émard eine Aufführung voller Tanzfreude und Lebenslust mit einem Ensemble aus BewohnerInnen der Stadt und der Umgebung... und mehr als 1.500 ZuschauerInnen im Lustgarten! Bei Made in Potsdam zeigt die fabrik das 30-minütige Stück noch mal auf großer Leinwand. Der Video-Künstler Oscar Loeser dokumentierte die inoffizielle Eröffnung der Potsdamer Tanztage 2018 und filmte zugleich das größte Amateur-Tanzprojekt in der Geschichte der fabrik. Die Film-Premiere ist der fabrik ein willkommener Anlass, das Ereignis zu feiern und einen Blick voraus auf das Amateurtanzprojekt der Potsdamer Tanztage 2019 zu werfen.

Mit DJ Illvibe lädt die fabrik im Anschluss an die Film-Premiere „Le Grand Continental“ zur Party mit Lichtprojektionen von O. Loeser und C. Kowalski.

Filmaufnahmen und Schnitt: Oscar Loeser

Fr, 11. Januar 21:30 Uhr fabrik Potsdam - Große Bühne

Da Capo ( Deutschlandspremiere)

Yui Kawaguchi & Aki Takase (Berlin)

Anfang des 20. Jahrhunderts brach Madame Hanako (1868-1945) nach Europa auf und löste dort mit ihrer Körperkunst beklemmende Bewunderung aus. Zwischen Migration und Emanzipation, Faszination und Befremden, hatte diese ehemalige Geisha ein ungewöhnliches Schicksal. Auch Rodin war gefesselt vom Ausdruck der Japanerin und suchte diesen in aufreibenden Portrait-Sitzungen einzufangen... Inspiriert von ihrer Geschichte thematisieren die Choreographin Yui Kawaguchi und die Ausnahme-Pianistin Aki Takase das Gefühl der Fremdheit und zelebrieren das Aufeinanderprallen von Kulturen und Kunstformen. Zusammen mit dem französischen Klarinettisten Louis Sclavis, dem Berliner DJ Illvibe und dem Tänzer Kofie da Vibe spielen sie mit Verfälschung, Klischees und Exotisierung. Tänzerisch und musikalisch treffen die unterschiedlichsten Formen aufeinander. Jazz, Neue Musik, Folklore Imaginaire, HipHop und elektronische Klänge schaffen Momente der Interpretation, Annäherung und Aneignung des Fremden und brechen lustvoll mit Erwartungen.

Sa, 12. Januar 20:45 Uhr fabrik Potsdam - Große Bühne

Manja Präkels & Der singende Tresen

Lesung mit musikalischer Begleitung

Manja Präkels, 1974 in Zehdenick/Mark geboren, erzählt in ihrem preisgekrönten Debütroman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ vom Verschwinden der DDR in einem brandenburgischen Kleinstadtidyll, dem Auftauchen verloren geglaubter Gespenster, von Freundschaft und Wut. Landleben zwischen Lethargie und Lebenslust. Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und gute Freunde, mit dem Fall der Mauer verändert sich alles. Oliver wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem Anführer marodierender Jugendbanden… Musikalisch wird die Lesung von der hochgelobten Berliner Band "Der singende Tresen" begleitet, deren Sängerin Manja Präkels ist. Sie spielen Post-Punk, Klezmer und Chansons auf ihre Weise und erzählen Randgeschichten, die nicht am Rand passieren - fernab jeglicher Popstrukturen.

Die Lesung findet in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Viktoriagarten statt.

So, 13. Januar 11 Uhr fabrik Café

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

Veranstalter und Informationen

fabrik Potsdam
Schiffbauergasse 10
14406 Potsdam
Tel: 0331-2800314
Fax: 0331-240924
E-mail: contact@fabrikpotsdam.de
www.potsdamer-tanztage.de
www.fabrikpotsdam.de

Kartenservice

Tel: 0331-240923

Anreise und Touristinformation

Bahn: Ab Berlin RE 1 oder S 7 bis Potsdam Hbf, weiter mit Tramlinien 93, 94 und 99

Tourist-Info am Alten Markt
Luisenplatz 3, und im Hauptbahnhof
Tel: 0331-27558899
www.potsdamtourismus.de