Festival Alter Musik Bernau 2019Barnim

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St.Marienkirche

2019 ist ein ganz besonderes Jahr für die kleine Stadt Bernau am Rande der Metropole Berlin. Zwei ihrer bedeutendsten Bauwerke feiern ihr Jubiläum: Die Marienkirche, seit 25 Jahren Austragungsort des Festivals Alter Musik, wird 500 Jahre alt, und die Bauhausschule, eines der bedeutendsten Gebäude der Bauhaus-Architektur weltweit und seit 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörend, ist zum 100-jährigen Gründungsjubiläum der Institution Bauhaus ein zentraler Ort des Gedenkens.

Das Festival Alter Musik Bernau eröffnet die Feiern zu «500 Jahre St. Marien» und beginnt deshalb schon drei Wochen früher als sonst. Dank einer Vielzahl von Kooperationen mit Vereinen und Institutionen – darunter die Handwerkskammer Berlin, der Verein «baudenkmal bundesschule bernau», das Immanuel Klinikum und das Feuerwehrhaustheater in Börnicke – werden die Veranstaltungen in weit mehr Spielstätten stattfinden als bisher. Das zum Festival gehörende Café «Mühle» wird mit einem Zelt und einem Freiluftbereich erweitert.

Das 26. Festival Alter Musik präsentiert ein vielfältiges Programm. Mario Sollazzo mit seiner international besetzten Band «Marammè» wird das Eröffnungskonzert bestreiten. Gösta Funck, Cembalo, Hanna Herfurtner, Sopran, und ein schauspielernder Überraschungsgast werden beim Festival ebenso dabei sein wie die Musikschule Barnim und die lautten compagney Berlin unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Katschner. Die lautten compagney ist zum fünften Mal verantwortlich für das Festivalprogramm.

Programm

Marammè! I Vicere! - Madonna! Die Vizekönige!

siebenköpfige Gruppevergrößern

Ensemble Marammè

Ensemble Alraune
Musikalische Leitung: Mario Sollazzo

Tarantelle, Pizziche und Volks­lieder aus der Tra­dition Süd­italiens, Stücke aus dem Codice Trujillo aus Süd­amerika sowie Kom­positionen von Giovanni Battista Pergo­lesi, Fran­cesco Durante, José Marín, Fran­cesco Proven­zale und Andrea Falconieri

Das Wort Marammè ist die Ab­kürzung von „Maron­na mia!” und bedeu­tet auf neapoli­tanisch soviel wie „Madon­na!”. Maram­mè hieß aber auch ein von Mario Sollazzo gegrün­detes Ensemble. Es gewann den creole-Preis für Welt­musik, gab mehr als hun­dert Konzerte und ver­öffent­lichte zwei CDs. Seit 2018 ist Marammè im En­semble Alraune auf­gegangen.

Aus der Freundschaft süd­italieni­scher mit süd­amerika­nischen Musikern ent­stand das Pro­gramm „Marammè! I Vicerè“. Es erzählt von einer Zeit, zu der sowohl Süd­italien als auch Süd­amerika von spani­schen Vize­königen regiert wurden, die die Bevöl­kerung zum Christen­tum bekeh­ren wollten. „Marammè! I Vicerè!“, also „Madon­na! Die Vize­könige!“ zeigt das Zusammen­treffen zweier musika­lischer Welten, die der popu­lären, heid­nischen und traditio­nellen Musik und die der christ­lichen Hoch­kultur. Hier werden Teufel zu Göttern, Huren zu Madon­nen, Könige zu Strol­chen, Kastra­ten zu Engeln … und Pulci­nella lässt sein galli­ges Lachen über die Welt und alle ihre Vize­könige erklingen.

Rituelle Trommelklänge, klagende, rufende, schrei­ende und lachen­de Stimmen, Maul­trommel, Flöten, Gitar­ren und Calascione ver­schmelzen zu einer Musik, die ihre Rasanz nur auf der Bühne entfaltet.

Fr, 23. August 19 Uhr Kirche St. Marien Bernau

Ich gieng einmal spatieren

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Gösta Funck (Photo: Vera Petry)

Gösta Funck, Cembalo

31 Variationen von Hans Leo Hassler

Die 31 Variationen über „Ich gieng ein­mal spa­tie­ren“ sind über eine Melo­die geschrie­ben, die in ganz Euro­pa ver­breitet war. Auf die Worte Von Gott will ich nicht lassen / Mit Ernst, o Menschen­kinder / Ich gieng ein­mal spa­tieren / La Monica / Une jeune fillette / Celeste Giglio / Tanto tempo ormai / Ballo tedes­co wurde sie von Schütz, Schein, Bach, Turini, Eccard, Rossi, Buxte­hude, Caurroy, Bach, Marini, Fresco­baldi und anderen ver­tont. Im Konzert des Ensem­bles Alraune ist sie bereits er­klungen.

Der deutsche Komponist Hans Leo Hassler wurde 1564 in Nürn­berg geboren und galt als außer­gewöhn­lich musika­lisch. Seine Be­gabung wurde damals so geschätzt, dass Hassler ab 1584 Unter­richt in Italien erhielt. Er ist damit der erste berühmte deut­sche Musiker, dem diese Ehre zu­teil wurde. Obwohl er nur ein­einhalb Jahre in Italien war, wird der vene­zia­nische Ein­fluss in seinen Kom­po­sitionen deut­lich. Mit dem Variationszyklus „Ich gieng ein­mal spa­tieren“ hat Hassler ein Aus­nahme­werk kom­poniert: Alle Varia­tionen gehen inein­ander über. Mit gut vier­zig Minu­ten ist es vermut­lich das längste Kon­zert für ein Tasten­instrument aus dieser Zeit. Die Varia­tionen sind so viel­fältig und einfalls­reich, dass man das Werk auch mit Bachs Gold­berg-Varia­tionen vergleicht.

Fr, 23. August 22:30 Uhr Kirche St. Marien Bernau

Mit dem Thespiskarren durch St. Marien

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Geschichtenreich e.V., Gabriele Koch (Photo: T. Koch)

Geschichten, Fantasien und Theater­spiel aus St. Marien und Bernau Inszenierung: Gabriele Koch, Geschichten­reich Börnicke e.V., gemein­sam mit Schülerinnen der Musik­schule Barnim und Musikerinnen der lautten com­pagney BERLIN

Mit einem Karren, auf dem ihr kleines Theater auf­gebaut ist, verlässt die Komö­diantin und Prin­zipalin Gabriela ihr Feuer­wehr­haus­theater, zieht durch Branden­burg und spielt für ihr Publikum Geschich­ten, die es teil­weise kennt, aber die es so – und vielleicht über­haupt –noch nie gehört hat. Eine dieser Geschichten handelt vom Heiligen Christo­phorus, dessen Wand­bild im nörd­lichen Seiten­schiff der Kirche in pastel­lenen Farben, die aus dem frühen 15. Jahr­hundert stammen, zu sehen ist. Und plötzlich beginnt die Kirche zu leben. Gabriela fantasiert über die Unbe­kannten, deren Köpfe die Strebe­pfeiler von St. Marien auffangen, und spielt Szenen, die sich hinter den – von den Zünften der Tuch­macher und Bier­brauer gestifteten – Emporen-Bildern ver­bergen. Begleitet wird die Mimin auf ihrer Reise von einer Schar junger Musiker*innen, die ihre Geschich­ten musika­lisch deuten, ver­tiefen und Zeit zum Nach­spüren und Nach­denken bieten.

Sa, 24. August 16 Uhr Kirche St. Marien Bernau

Krieg & Frieden // 1618 : 1918

Hanna Herfurtner

Hanna Herfurtner (Photo: Theresa Pewal)

Hanna Herfurtner, Sopran
lautten compagney BERLIN
Leitung: Wolfgang Katschner

Lebenslust und Seelenschmerz in Zeiten des Krieges – deutsche Musik des 17. Jahrhunderts mit Werken von Heinrich Schütz u.a. sowie Musik des 20. Jahrhunderts von Friedrich Hollaender und Hanns Eisler

Sa, 24. August 19:30 Uhr

Prinzessin auf der Erbse

lautten companey Berlinvergrößern

lautten companey Berlin

Geschichtenreich Börnicke e.V.
Musiker-innen der lautten compagney BERLIN

Figurenspiel, frei erzählt nach dem Mär­chen von Hans Christian Ander­sen, für Men­schen ab 4 Jahren Ein Märchen über eine weite Reise, Suchen und Finden, über Empfind­samkeit und Mut

So, 25. August 11 Uhr Feuerwehrhaustheater Börnicke

Susanna

Sextett - Auftritt in einer Kirchevergrößern

lautten compagney Berlin

Oratorium von Georg Friedrich Händel

Vokalsolisten aus dem 60. Weimarer Meister­kurs Naumburger Kammerchor lautten compagney BERLIN Leitung: Wolfgang Katschner Eine Gemeinschaftsproduktion der Hoch­schule für Musik FRANZ LISZT Weimar mit dem Theater Naum­burg

In Abwesenheit ihres Ehe­manns wird die schöne und tugend­hafte Susanna von zwei Dorf­ältesten bedrängt. Als Susanna ein Bad im Bach nehmen will, lauern sie ihr auf, werden jedoch von ihr zurück­gewiesen. Selbst die Drohung, sie des Ehe­bruchs mit einem jungen Mann zu bezichtigen, kann Susannas Stand­haftig­keit nicht erschüttern. Die beiden Alten machen ihre Drohung wahr, Susanna wird vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Als das Urteil voll­streckt werden soll, rät der junge Prophet Daniel dazu, die beiden Zeugen unab­hängig von­einander nach dem Her­gang zu befragen. Während der eine angibt, der Ehe­bruch sei unter einer Zeder geschehen, behauptet der andere, es sei eine Eiche gewesen. Die derart als Lügner ent­larvten falschen Zeugen werden zum Tode verurteilt, Susannas Ehre wieder her­gestellt. Zeit für den Chor, das Hohe­lied auf Tugend, Keusch­heit und wahre Liebe anzu­stimmen.

Händel entwirft seine Susanna als einen starken Charak­ter, als mutige und selbst­bewusste Frau, wie man sie in der Sakral­musik dieser Zeit nur selten findet. Sein Orato­rium ist ein Lob­lied auf die ehe­liche Liebe, das er durch­aus auch mit Humor an­stimmt. Das Festival Alter Musik Bernau über­nimmt diese inter­diszi­plinäre Arbeit der Wei­marer Musik­hoch­schule und des Theaters Naum­burg, szenisch erarbeitet für den Naum­burger Dom, als kon­zertante Auf­führung.

So, 25. August 16 Uhr Kirche St. Marien Bernau

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

Veranstalter

Förderverein St.Marien Bernau e.V.
Breitscheidstraße 16, 16321 Bernau
Tel: 03338-751630, Fax: 03338-751650
E-mail: festival@altemusik-bernau.de
facebook.com/FAM.Bernau
twitter.com/FAM_Bernau

Information und Kartenservice

www.altemusik-bernau.de

Touristinformation Bernau
Bürgermeisterstraße 4, 16321 Bernau
Tel: 03338-365365

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Anreise und Touristinformation

PKW: A11, B2,
Bahn. ab Berlin Hbf stündlich mit RE3(Stralsund) bis Bernau Bhf, von dort ca. 10 Min. zu Fuß

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www.bernau-bei-berlin.de