Siebenklang - Bernauer Musikfestspiele 2019Barnim

Die 13. Bernauer Musikfestspiele «Siebenklang», stehen in diesem Jahr, in dem des 100-jährigen Bestehens des Bauhauses gedacht wird, unter dem Motto «Aufbrüche».
Gleich zwei Mal ist Siebenklang auf dem Gelände des Bauhausdenkmals Bundesschule Bernau – seit 2017 UNESCO- Weltkulturerbe – zu Gast. Dieser Ort steht seit seiner Gründung für fortschrittliche Ideen, innovatives Denken, Aufbruch und Austausch.

Ein Highlight wird die Aufführung der Rockoper «The Wall» von Pink Floyd durch das Atomic Brick Orchestra sein. Aufbrüche steht auch für all die Küünstler, die aus vielen Ländern bei Siebenklang zu Gast sein werden und in ihren Liedern Geschichten von Aufbrüchen erzählen.

Folgen Sie uns zu den 13. Siebenklang- Festspielen an besondere Orte – an unterirdische, überirdisch schöne und an jene, die gerade in den Himmel wachsen, wie der Rathaus-Neubau in Bernau.

Programm

Landstraßenmusik-Tour 2019 - Felix Meyer und Erik Manouz

Gelegenheit macht Liebe! Die Duo Konzerte der beiden eingespielten Freunde bieten dem Publikum seit vielen Jahren eine ganz besondere Konzertsituation. In einer Art Chanson-Labor gibt Felix Meyer Einblicke in die Themen, die ihm gesellschaftlich oder zwischenmenschlich gerade als besonders relevant erscheinen, probiert immer wieder neue Texte aus, kommt mit dem Publikum ins Gespräch und wird an der nächsten Ecke und mit sehr viel Leichtigkeit von dem Ausnahmemusiker und Multiinstrumentalisten Erik Manouz aufgefangen, der das Ganze mit Gitarre, Percussion und seiner Stimme abrundet und damit Momente großer Harmonie erschafft. Die beiden haben mit der Landstraßenmusik über die letzten Jahre ein Format erschaffen, bei dem man den vielgereisten Künstlern und ehemaligen Straßenmusikern sehr nahe ist, gleichzeitig beim Denken zusehen und daran teilnehmen kann. Den Raum verlässt man am Ende sicherlich mit einer Melodie auf den Lippen. Trotz aller Erfolge der letzten Jahre und der Zusammenarbeit mit vielen nationalen und internationalen Kollegen bei Radiokonzerten, auf eigenen oder fremden Touren, als Gast oder Gastgeber, auf Großdemonstrationen und in Theater-Produktionen merkt man den Beiden ganz deutlich die Freude an diesem kleinen intimen Rahmen an.

„Kandinsky trifft Mussorgsky – Bilder einer Ausstellung“

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Nikolai Tokarev

Als der Bauhaus-Lehrer und -Meister Wassily Kandinsky 1928 um eine Inszenierung für das Friedrich-Theater Dessau gebeten wurde, wählte er den wundervollen Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky aus, um dazu eine Bühnengestaltung aus Farben und Formen zu kreieren. Mussorgsky hatte sich 1874 auf einer Retrospektive seines Freundes, des Malers Viktor Hartmann, zu seinem berühmten Klavierzyklus hinreißen lassen. Von der Bühneninszenierung Kandinskys hat der Video-Spezialist Uwe Niesig ein „Video-Remake“ geschaffen. Er hat die originalen Entwürfe der Bühnenelemente mit heutiger Videotechnik animiert und nach den vorbereiteten Skizzen von Kandinsky sowie dem Regiebuch von Felix Klee mit der Musik synchronisiert. Dabei ist eine Folge von faszinierenden Bildern entstanden, die durch Collagen aus den Porträts der Meister ergänzt und erweitert wurde. So öffnen sich Zeitfenster zwischen unserem, dem 20. und dem 19. Jahrhundert, die sich mit der gleichen Ruhe wie die bewegten Bühnenbilder Kandinskys in die Komposition einfügen.

Glas·Blas·Sing „Flaschmob im neuen Rathaus“

Upcycling, nein, das bedeutet keinesfalls mit dem Fahrrad bergauf zu fahren. Upcycling ist die aufregend-attraktive Schwester von Recycling. Wer upcycled, der wandelt ein scheinbar nutzloses Abfallprodukt in etwas Neues, Wertvolleres um. Nehmen wir zum Beispiel Flaschen. Genau. Flaschen. Kennt jeder. Öffnen, austrinken, wegbringen. Immer schnell zur Hand, wenn der Gaumen staubt. Flaschen lassen sich zu vielem upcyclen: Behausungen für Modellschiffe, Handduschen für Formel-1-Sieger, Briefumschläge für Gestrandete und in den Händen von GlasBlasSing zu faszinierenden Musikinstrumenten. Dein Kasten Sprudel ist alle? Schieb ihn in den Pfandautomaten und kassiere 3,30 € oder gib ihn zusammen mit deinem anderen Leergut in die Obhut der vier Vollbiermusiker aus Berlin und du erlebst erstaunliche Allround-Instrumente, die wie Schlagzeug, Bass, Gitarre, Flöte oder auch Steeldrum klingen. Mit dem Blick für das Besondere im Alltäglichen verwandeln sie den Getränkemarkt zum Konzertsaal, wird die Pulle zur magischen Klangschatulle, mit der sich so einige dahinhinwelkende Melodien leichthändig generalüberholen lassen. Immer nach dem Motto: Bitte ein Hit. Leg das Smartphone zur Seite und schau dir live an, was man mit den Überresten der letzten Silvesterparty Geniales anstellen kann. Komm zu Flaschmob, dem neuen Programm von GlasBlasSing. Bestaune die Cokecaster-Flaschengitarre, das Flachmanninoff-Xylophon, die Jelzin-Orgel oder die Wasserspender-Floor-Toms, die so schön BUMM machen, wenn man mit der grünen Perrierhh-Keule draufhaut. Erlebe feinstes Pfandwerk, von würzig-herb bis feinperlig, hochprozentig virtuos und wie immer bei GlasBlasSing: Das mit Abstand beste Flaschenmusikprogramm aller Zeiten. Diverse Pfandsammler empfehlen: Diese Show unbedingt auf Bernaus Großbaustelle „Rathausneubau“ erleben!

Mi, 1. Mai 19 Uhr Rohbau Neues Rathaus Bernau, Bürgermeisterstraße

„Cantor und Clown – ein komponierter Briefwechsel“

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Leslie Malton und Felix von Manteuffel

Leslie Malton und Felix von Manteuffel lesen und durchleben den Briefwechsel von Fanny und Felix Mendelssohn. Am Klavier: Petra Woisetschläger

Sie ist die Erstgeborene. Er nennt sie mit männlichem Spitznamen: Fenchel, Kantor …… Schon bei ihrer Geburt erkannten die Eltern an der zarten Pranke des Säuglings „Bachsche Fugenfinger“. Später legt man ihr freilich nahe, das musikalische Talent nicht so hoch zu hängen wie den Hausfrauenberuf. Da hat der jüngere Felix sie schon in den Schatten gestellt. Er rät der Komponistin Schwester davon ab, sich dem öffentlichen Stress des Publizierens auszusetzen. Er, der Augapfel seines Vaters, präsentiert. Er darf dem beeindruckten Goethe die Musikgeschichte erklären. Ewige Geschwis-terliebe verbindet sie und ihn; gemeinsame Leidenschaft für die Musik und verblümte Rivalität. Sie wird dann übrigens Hensel heißen. Er heißt schließlich Mendelssohn Bartholdy. Sie kommen voneinander nicht los. Fast über alles schreiben sie einander, über Musik natürlich, Alltagserlebnisse, Politik, Tratsch. Trennungen überbrücken sie durch Korres-pondenz. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn es um Qualität der Kunst geht. Prominentenauftritte, Goethe, Paganini, Liszt, Clara Wieck werden scharf kritisiert. Dazwischen sind andere, sind Sehnsuchtstöne zu hören.
Auch nach dem Tod bleiben sie vereint. Kurz nach der Schwester stirbt auch Felix. Sie werden begraben auf dem Berliner Dreifaltigkeitsfriedhof am Halleschen Tor. Seine Frau ruht übrigens auf dem Gottesacker einer anderen Stadt. Neben ihm liegt: sie, Fanny. Den Hofmaler und Gemahl Wilhelm zu ihrer Linken. Ein Ehrengrab.

Fjarill „Midsommar”

Seit 15 Jahren existiert das Duo Fjarill bereits, aber es ist immer noch ziemlich schwer, eine passende Schublade für Aino Löwenmark (Klavier, Gesang) und Hanmari Spiegel (Geige, Gesang) zu finden. Popmusik mit schwedischen Texten? Weltmusik aus Südafrika und Skandinavien? Vocal-Jazz? Andererseits – braucht es für diese so zarte wie kraftvolle Musik überhaupt eine Kategorie? Nein, Schmetterlinge gehören nicht in Schubladen! Sechs Alben, Weltmusikpreise und Hunderte Konzerte in ganz Europa – die beiden in Hamburg lebenden Musikerinnen haben viel erreicht.

Im Frühjahr 2019 erscheint nun das 8. Album von Fjarill. Es ist benannt nach dem Lieblingsfest der Schweden, dem Mittsommernachtsfest. Es ist ein Album, vollgepackt mit Blumenkränzen, Sonnenschein, tanzenden Menschen und strahlendem Lachen.

Anna Mateur mit Andreas Gundlach (piano) „MIMIKRI“

Über die ideologische und ästhetische Erziehung des Menschen durch Unterhaltungsmusik am Beispiel von Liedern aus‘m Spamordner (Achtung: Kann Spuren von Jazz enthalten) Anna Mateur und Andreas Gundlach kennen sich vom Studium an der Hochschule für Musik in Dresden. Sie studierte Gesang, er Klavier und Komposition. Wenn sie singt, gibt es kein Entkommen. Denn als Kind fiel sie in einen Kessel Buntes und schreibt seitdem Songs zwischen Liebestollheit und Sozialtherapie, mit jeder Menge Ergo-Erotik und Dada-Dramatik. Er spielt auf seinem Klavier so ziemlich alles, von Schlagern über Dixieland-Swing und Rocksongs bis zur klassischen Musik. Oder er interpretiert die Pin deiner EC-Karte. Dazu jongliert er oder bearbeitet einen Zauberwürfel. Nun treffen beide Künstler wieder aufeinander und entzünden ihre Lust an der kabarettistischen Improvisation. Sie finden ihr Material da, wo bei anderen der Müll ankommt: im Spamordner ihres Computers. Der Abend wird akrobatisch aggressiv und humorvoll wild. Er regt die Illusionsbildung an.

So, 19. Mai 19:30 Uhr Ofenhaus am Gaskessel Bernau

„The Wall“

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The Wall (Photo: Harald Jakob)

The Atomic Brick Orchestra with Strings & Choir
performs Pink Floyd´s Masterpiece „The Wall“

Als im Jahr 1979 die britische Art-Rock-Formation Pink Floyd ihr Doppelalbum „The Wall“ veröffentlichte, war das mehr als nur ein einfaches Stück Pop- oder Rock`n Roll-Geschichte. Es war ein Meilenstein in der modernen Musikgeschichte und ein politisches Statement gegen Einsamkeit und Kälte in der menschlichen Gesellschaft, gegen Totalitarismus und sinnlose Kriege. Der Schöpfer dieser außergewöhnlichen Produktion war der Bandgründer Roger Waters. In einem unverwechselbaren, völlig neuartigen musikalischen Stil mit Einflüssen aus Progressive Rock, Blues, Jazz und klassischer Musik entstand die ambitionierteste Rock-Oper der Musikgeschichte. 1990 inszenierte Roger Waters vor 350.000 Besuchern anlässlich der Maueröffnung auf dem damals noch unbebauten Niemandsland „Potsdamer Platz“ eines der größten Rockkonzerte, das weltweit von den Fernsehanstalten übertragen wurde. 2019 feiert das legendäre Musik-Album sein 40-jähriges Jubiläum. „The Wall“ fasziniert auch vier Jahrzehnte später durch seine musikalische Kraft, durch seine großartigen Arrangements und inhaltliche Botschaften, die an Aktualität nichts verloren haben – generationsübergreifend!

Die Nacht der Lieder

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Irma

Irma (FR) & Sarah Ferri with Strings (BE)

In ihrer Wahlheimat Frankreich ist die 28-jährige Irma bereits ein gefeierter Star mit zehntausenden Fans. Ihr Debütalbum „Letter To The Lord“ erhielt Platin, die erste Single kletterte auf Platz 2 der französischen Single-Charts. Nun macht sich die gebürtige Kamerunerin auf, um Deutschland mit ihrem Soul-Pop zu erobern, der auf ihrem aktuellen Album deutlich rhythmischer als Acoustic-Soul mit R&B-Einflüssen daherkommt. Als vielgelobter Tour-Support für ZAZ oder Bob Dylan zeigte sie, dass sie auch hierzulande live ein Garant für Gänsehaut-Momente ist, wobei sie im Jahr 2019 solo, mit Gitarre und Loop-Station unterwegs sein wird.

Sarah Ferri gilt heute als eine der spannendsten Neuentdeckungen der belgischen Musikszene. Der Sound ihrer selbst komponierten Songs ist ein wundervoller Mix unterschiedlichs-ter Genres: Gypsy-Pop, Jazz, Folk und Swing fließen da zusammen. Das mag auch an ihrer Herkunft liegen. Sarah wuchs im flandrischen Gent auf. Ihr Vater ist Italiener, die Mutter Belgierin.

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

Veranstalter

Kulturreich Barnim e.V.,
Küsterfleck 10,
16348 Wandlitz OT Lanke
Tel: 03337-425730,
www.siebenklang.de

Information und Kartenservice

Public. Agentur für Kommunikation
Tel: 03337-425730,
E-Mail: info@public-berlin.de
www.siebenklang.de

Anreise und Touristinformation

PKW: A 11, B 2 Bahn: ab Berlin Hbf stündlich mit RE 3 bis Bernau oder mit Tram M10 (Warschauer Str.) bis Nordbahnhof, Umstieg in die S2 (Bernau)

Touristinformation Bernau
Bürgermeisterstraße 4, 16321 Bernau
Tel: 03338-761919
www.bernau-bei-berlin.de