Kulturbrücke über die Oder 2019Land Brandenburg

Konfession und Kulturlandschaft

Das Projekt KULTURBRÜCKE ÜBER DIE ODER 2019 richtet die Aufmerksamkeit auf die Neuprägung der konfessionellen Kulturlandschaft jenseits von Oder und Neiße. Das ehemalige Sternberger Land, das früher gemeinsam mit der Neumark den östlichen Teil der Provinz Brandenburgs bildete, war seit dem 30-jährigen Krieg protestantisches Kernland. Die katholische Neubesiedlung hat den Gebieten einen neuen Charakter verliehen. Dieser wird einerseits in der Umgestaltung der sakralen Bauwerke und Friedhöfe sichtbar, andererseits wird er auch bestimmt von den Regeln der katholisch geprägten Gesellschaft. Auch der Glaube diente den Menschen zur Identitätsfindung, ein Prozess, der bis heute noch keinen Abschluss gefunden hat.

Die Oder trennt das Lebuser Land nicht nur geographisch, politisch und sprachlich, sondern auch hinsichtlich der neuen konfessionellen Ausrichtung der angesiedelten Bevölkerung auf der polnischen Seite. Die für 2019 geplanten Projekte KULTURBRÜCKE ÜBER DIE ODER sollen dieses Situation sichtbar machen und thematisieren. Unter dem inhaltlichen Motto „Kulturlandschaft und Konfession“ sind an sieben Orten auf der polnischen und der deutschen Seite der Oder Veranstaltungen geplant. Dabei handelt es sich um Orte mit signifikanten kulturellen und historischen Hintergrund, die schon „per se“ auf das gemeinsame religiöse Erbe der Region aufmerksam machen: Beicz, Osno Lubuskie, Lubniewice, Kloster Altfriedland, Kloster Neuzelle und Kloster Angermünde. Mit Veranstaltungen, in deren Zentrum jeweils ein Konzert zum Thema „Marienverehrung“ steht, sollen polnische und deutsche Besucher zusammengeführt werden. „Maria“ steht dabei beispielhaft als überkonfessionelle und versöhnende Instanz, als starke Persönlichkeit, die mit ihrer Ausstrahlung und verbindenden Kraft symbolisch für Überwindung von Spaltungen eintritt.

Damit knüpft das für 2019 geplante Projekt an die Grundidee von KULTURBRÜCKE ÜBER DIE ODER an: im historischen Kontext mit Blick auf das gemeinsame kulturelle Erbe östlich und westlich der Oder und mit Blick auf die mentale und emotionale Grunddisposition der Bewohner der Grenzregion. Mit dem Projekt soll ein klares Zeichen für eine behutsame und nachhaltige deutsch-polnische Verständigung gesetzt werden.

Programm

Marienklang

Luigi Boccherini: “Stabat Mater”, Werke von Carlo Gesualdo und Arvo Pärt
Viola Blache, Sopran
Concerto Grosso Berlin

Fr, 23. August 18 Uhr George-Bähr Kirche / Biecz Gubinski

Maria, Gratia Plena

Mittelalterliche traditionelle Mariengesänge und A-cappella-Werke aus dem slawischen Kulturraum
Gallina-Frauenvokalensemble Slowenien

Sa, 31. August 16 Uhr Kloster Neuzelle, Kreuzkirche

Sonderveranstaltung - Erinnern und Aufbruch

Gedenkkonzert anlässlich des Überfalls der Deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939
Musik und Augenzeugenberichte
Das Diplomatische Streichquartett Berlin
Werke von Grażyna Bacewicz, Erwin Schulhoff, Mieczysław Weinberg, J.S. Bach u.a.

Cantigas di Santa Maria

Vokalensemble Cantaderas, Spanien
Mariengesänge aus vier Jahrhunderten von der Iberischen Halbinsel

So, 8. September 16 Uhr Jakobskirche

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

Veranstalter, Information

Kulturförderverein Kloster Altfriedland e.V.
Tel: 030-6917566
E-Mail: ernstherzog@t-online.de
www.kulturbruecke.eu