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Schloss Lieberose (Foto: Jan Brockhaus)

XXIII. Rohkunstbau – Die Schönheit im Anderen – The Beauty of Difference

Im Schloss Lieberose zeigt ROHKUNSTBAU XXIII diesen Sommer Kunstwerke, die sich dem Thema der Fremde widmen. Die Ausstellung entwirft ein positives Verständnis von Andersheit und unterstreicht die kreativen Aspekten, die in der Auseinandersetzung mit Differenz bestehen.

In ihren Kunstwerken setzten sich die Künstler/innen mit Fragen nach dem Wert von Differenz auseinander: Was macht die oftmals beschriebene Angst vor dem Fremden mit der Gesellschaft? Können künstlerische Perspektiven die angebliche Kluft zwischen dem Fremden und dem Eigenen enttarnen? Was ist nötig, um die oftmals vereinfachenden Diskussionen um das Thema Andersheit in konstruktivere Bahnen zu leiten?

Im diesjährigen ROHKUNSTBAU richtet Kurator Mark Gisbourne den Blick auf die Schönheit im Anderen. Die Ausstellung sucht nach einem differenzierten Blick auf die vielen Nuancen von Differenz und Andersheit. Als Ausgangspunkt dient den Künstler/innen dabei die Perspektive des Spiegels. Das Spiegelbild prägt unser Bild von uns selbst. Es schafft die Distanz zum „Anderen“, den wir in Abgrenzung zu uns wahrnehmen und von dem wir uns im gleichen Moment ein Bild schaffen. Diese Grundannahme und Tätigkeit menschlicher Wahrnehmung bildet den Ausgangpunkt für die Ausstellung, aber auch für die gesellschaftliche Konstruktion von „Andersheit“. Wir sehen uns im Spiegel und wir erkennen uns im Spiegel. Und wie sieht der Spiegel der „Anderen“ aus?

Die Spiegelung bildet den Start künstlerischer Recherchen und Reflektionen zum Thema Fremdheit. Die in den letzten Jahren verschärft geführten Debatten über Asyl und Flucht wurden von Vorurteilen bis hin zur Unkenntnis angefacht. Das jeweils aktuell verfügbare Wissen, Halbwissen, aber auch das Nicht-Wissen über die „Anderen“ und die damit verbundenen Vorstellungen, Klischees und Vorurteile breiteten sich durch stetige und immer schneller beschleunigte mediale Kommunikation rasant aus. Das Bild von den „Anderen“, und damit das Bild von uns selbst, verwandelte sich in kürzester Zeit.

Programm 2017

Eröffnung

Landkreis Dahme - SpreewaldSchloss Lieberose Sa, 1. Juli
Urheber: Stephan Ziehen/ Courtesy Toshihiko Mitsuya. vergrößern
Toshihiko Mitsuya (Foto: Stephan Ziehen/ Courtesy Toshihiko Mitsuya)

Arbeiten von 11 internationalen Künstlerinnen und Künstlern
Im Gang durch das Schloss Lieberose, eines der größten Barockschlösser Brandenburgs, begegnen Sie den Kunstwerken und Perspektiven von 11 internationalen Künstler/innen.
Als Künstler/innen beteiligen sich:

Elmgreen & Dragset (Dänemark/Norwegen),
Simon English (Großbritannien),
Shahram Entekhabi (Iran),
Jeanno Gaussi (Afghanistan/Deutschland),
Pélagie Gbaguidi (Benin (Senegal)),
Andrew Gilbert (Großbritannien),
Ivan Gorshkov (Russland),
Amélie Grözinger (Deutschland),
Tatiana Macedo (Portugal),
Emo De Medeiros (Benin),
Toshihiko Mitsuya (Japan).

Kurator: Mark Gisbourne

Landkreis Dahme - SpreewaldSchloss Lieberose Sa, 1. Juli
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Urheber: Thomas Florschuetz

MARK GISBOURNE, Stratford-on-Avon, in England (1948). Ausbildung in Rom und am Courtauld Institut für Kunst, Universität von London. Dozent im Master-Programm, Slade School of Art, University College, Universität of London und Senior Dozent am Sotheby’s Institute, Master-Programm (Akkreditierung University of Manchester).

Ehemaliger Präsident der British Art Critics Association (AICA) und internationaler Vizepräsident, der den Wold Congress of Art Critics, Tate Modern, bei seiner Eröffnung im Jahr 2000 co-organisierte. Er ist ein international agierender Kurator zahlreicher internationaler Ausstellungen, er verantwortete die große deutsche Ausstellung ElectiveAffinties / Wahlverwandschaften im Nationalmuseum von Lettland in Riga, 2016. Er ist Schriftsteller und Autor von mehr als 12 Büchern und über 270 Katalog-Essays, sowie mehreren hundert Artikeln und Rezensionen, die in über zwanzig Sprachen veröffentlicht wurden.

Er kuratiert weiterhin die Rohkunstbau (Brandenburg) Sommerausstellungen (ab 2004, XI bis zum heutigen XXIII, “Die Schönheit im Anderen / The Beauty of Difference” im Juli 2017). Er lebt und arbeitet in Berlin.

TATIANA MACEDO

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Urheber: Tatiana Macedo

TATIANA MACEDO, *1981 in Portugal, lebt und arbeitet in Lissabon und London. MACEDO studierte zuvor bereits in den beiden Metropolen. Mit ihren Werken erschafft sie sowohl Installationen, Fotografien, und Kinofilme, die technisch präzise und konzeptuell wirken. Eine tragende Bedeutung kommt dabei dem Sound zu. Bekannt wurde MACEDO durch ihren Debut-Film, den sie komplett in der Tate Britain und Tate Modern filmte und die dort arbeitenden Menschen im Raum zeigte. 2015 gewann sie den Sonae Media Art Award, 2016 hat sie im Rahmen einer Residenz im Künstlerhaus Bethanien (gefördert durch die Gulbenkian Foundation) in Berlin gearbeitet und ihre Arbeiten vorgestellt.

ANDREW GILBERT

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Urheber: Courtesy Andrew Gilbert/SPERLING, München vergrößern
Urheber: Courtesy Andrew Gilbert/SPERLING, München

ANDREW GILBERT, *1980 in Edinburgh, Schottland, untersucht in seinen vielschichtigen Gemälden, Zeichnungen und Mixed-Media-Skulpturen die Repräsentationen und Geschichte von Herrschaftsformen und des Europäischen Kolonialismus. GILBERTs oftmals sarkastisch anmutende Darstellungen, beziehen sich bspw. auf militärische Darstellungen und mittelalterliche Skulpturen. Seine Werke wurden u.a. in der Tate London ausgestellt.

SHAHRAM ENTEKHABI

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Urheber: Boris Geilert/ Courtesy Shahram Entekhabi vergrößern
Urheber: Boris Geilert/ Courtesy Shahram Entekhab

SHAHRAM ENTEKHABI, *1963 in Beroujerd, Iran, lebt und arbeitet in Berlin und Iran. Als Künstler, Architekt und Kurator beschäftigt ENTEKHABI sich mit gesellschaftlichen Vorstellungen und Annahmen über urbane Räume. Einen zentralen Stellenwert spielen dabei Fragen von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit im Hinblick auf Männlichkeiten und Marginalität. ENTEKHABI stellte u.a. 2014 in der Aaran Gallery, Teheran, 2009 auf der 10. Havana Biennial und im Rahmen der Busan Biennale 2006 aus.

TOSHIHIKO MITSUYA

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Toshihiko Mitsuya (Foto: Stephan Ziehen/ Courtesy Toshihiko Mitsuya)

TOSHIHIKO MITSUYA,*1979, lebt und arbeitet in Berlin und Japan. Er graduierte 2004 an der Seian University of Art and Design in Japan. In seinen faszinierenden Skulpturen erschafft MITSUYA mythische Figuren und zwiespältige Kreaturen aus Aluminiumfolie. Diese silbernen Kreaturen beziehen ihre Motive aus der ganzen Welt. Seine fragilen Werke erzählen so von Fremdheit und Andersheit. Seine Werke wurden international ausgestellt, u.a. 2016 in der Sexauer Galerie, Berlin.

AMÉLIE GRÖZINGER

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Urheber: Courtesy Amélie Grözinger/DIEHL, Berlin vergrößern
Urheber: Courtesy Amélie Grözinger/DIEHL, Berlin

AMÉLIE GRÖZINGER, *1982 in Regensburg, lebt und arbeitet in Berlin. Im Anschluss an ein Studium der Philosophie und Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, widmete sie sich einem Modedesign-Studium am Lette-Verein Berlin. Mit ihrem Werk erschafft GRÖZINGER scheinbar organische Formen, Strukturen und Oberflächen, die häufig seriell und als Transformationen entstehen. Sie bedient sich dabei unterschiedlicher Materialien, wie Papier, Styropor, Gips, Harz und auch gefundene Objekten. Ihre Werke wurden in zahlreichen internationalen Galerien ausgestellt und aktuell in der CIRCLE1 Gallery, Berlin gezeigt.

PÉLAGIE GBAGUIDI

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Urheber: Courtesy Pélagie Gbaguidi

PÉLAGIE GBAGUIDI,*1965 in Dakar, Senegal, beninischen Ursprungs, lebt und arbeitet in Brüssel. GBAGUIDI graduierte 1995 an der ‘l’École des Beaux Arts’ Liège, Belgien. In ihren vielschichtigen Werken setzt sie sich mit dem Missbrauch von Geschichte, der Dekonstruktion von Stereotypen, den Zusammenhängen von Sklaverei und Ökonomie, und den heutigen und historischen Landschaften einer globalen Welt auseinander. Ihre Werke wurde u.a. im Rahmen der Casablanca Biennale, im Center of Contemporary Art of Meymac (Frankreich) und der Galerie Imane Farès, Paris, ausgestellt.

SIMON ENGLISH

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Urheber: Jenny Lewis/ Courtesy Simon English/DIEHL vergrößern
Urheber: Jenny Lewis/ Courtesy Simon English/DIEHL

SIMON ENGLISH, *1959, lebt und arbeitet in London. ENGLISH wurde als Teil der Londoner Kunst-Szene der 1990er Jahre bekannt, wo er seine Werke u.a. in der Saatchi Gallery zeigte. In jüngster Zeit sorgten vor allem seine groß- und kleinstformatigen Papierarbeiten, oftmals beschrieben als gemalte Zeichnungen, für Aufsehen. Seine Kunst wurde weltweit ausgestellt, u.a. im Musée D’Art Contemporain de Val de Marne (MAC VAL) und in der Tate Britain, London.

EMO DE MEDEIROS

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Urheber: Courtesy Emo de Medeiros

EMO DE MEDEIROS, *1979, lebt und arbeitet in Cotonou (Benin) und in Paris. DE MEDEIROS arbeitet mit den unterschiedlichsten Medien, von Installationen, Zeichnungen, Textilproduktionen, bis hin zu Skulpturen, Performances und Videos. Thematisch setzt er sich mit Transkulturalität, Aspekten von Identität und post-kolonialen Repräsentationen auseinander. DE MEDEIROS bezieht sich in seiner Kunst auf globale Kultur, globalisierte Netzwerke und Diskussionen. Er setzt sich stark mit der Exotisierung vermeintlich „Anderer“ auseinander und setzt dieser Perspektive sein Konzept von „Transkulturalität“ gegenüber. Er stellte u.a. 2016 im Rahmen der Dakar Biennale aus.

IVAN GORSHKOV

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Urheber: Courtesy Ivan Gorshkov

IVAN GORSHKOV, *1986 in Woronesch, Russland. GORSHKOV machte 2008 seinen Abschluss in Kunst an der Voronezh State Pedagogical University. Er ist Mitbegründer des Voronezh Centre for Contemporary Art in Woronesch. Gorshkov gilt als herausragender Vertreter der „Voronzeh Wave“. In seinen komplexen Werken, häufig Mixed-Media Installationen aus den verschiedensten Materialien, zeigt er widersprüchliche und paradox erscheinende Anmutungen. Zu seinen Einzelausstellungen gehören u.a. Vladimir Smirnov and Konstantine Sorokin Foundation, Moskau.

JEANNO GAUSSI

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Urheber: Magdalena Gorgieva/ Courtesy Jeanno Gaussi/Galerie koa vergrößern
Urheber: Magdalena Gorgieva/ Courtesy Jeanno Gaussi/Galerie koa

JEANNO GAUSSI, *1973 in Kabul, lebt und arbeitet in Berlin. GAUSSI startete ihre Karriere als Video- und Filmkünstlerin, ihre Kurzfilme gewannen international Preise. In ihren Werken, die oftmals Mixed-Media-Arbeiten darstellen, hinterfragt und erforscht sie Aspekte kultureller Identitäten und multiperspektive Zugänge zu Erinnerung und Gedenken. Sie nahm an der dOCUMETA (13) in Kassel und Kabul teil und zeigte ihre Werke u.a. 2015 im Rahmen einer Solo-Präsentation der abc – art berlin contemporary, sowie 2017 in der Galerie koal, Deutschland.

ELMGREEN & DRAGSET

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Urheber: Elmar Vestner/ Courtesy Elmgreen & Dragset/KÖNIG GALERIE vergrößern
Urheber: Elmar Vestner/ Courtesy Elmgreen & Dragset/KÖNIG GALERIE

ELMGREEN & DRAGSET sind ein dänisch-norwegisches Künstlerduo. Michael Elmgreen (*1961 in Kopenhagen) und Ingar Dragset (*1969 in Trondheim) arbeiten gemeinsam seit Mitte der 1990er Jahre. In ihren Installationen, Performances und Skulpturen re-interpretieren sie bekannte Situationen mit einem oftmals subversivem Element. ELMGREEN & DRAGSETs Werke wurden zahlreich international ausgestellt, darunter die Biennale Venedig 2009. Im Herbst 2017 werden sie die 15. Istanbul Biennale kuratieren

Organisatorisches

Veranstalter

Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg e.V.
Dortustraße 52
14467 Potsdam
Tel: 0331-2005780,
Fax: 0331-20057820
info@rohkunstbau.de

Information und Kartenservice

www.rohkunstbau.de

Ausstellungsadresse

Kulturschloss Roskow
Dorfstraße 30
14778 Roskow

Öffnungszeiten, Projektteam

Öffnungszeiten 10.07. – 18.09.2016
Samstag und Sonntag 12-18 Uhr

Leitung: Arvid Boellert
Kurator Ausstellung: Mark Gisbourne
Produktionsleitung: Kristina Worthmann

Zuletzt aktualisiert am: 2017-07-21