

«Amadeus», «Bach» und «Im weißen Rößl» –
Puppen spielen großes Theater im Elbe-Elster-Land
Das Internationale Puppentheaterfestival im Elbe-Elster-Land findet in diesem Jahr bereits zum 13. Male statt. Auch wenn es noch nicht das 18. ist – man kann mit Fug und Recht sagen, dass es mündig geworden ist.
Von Jahr zu Jahr interessieren sich immer mehr Schulen, Vereine, Museen und Firmen dafür, Gastgeber für eine oder mehrere Theatervorstellungen zu werden. In dem Maße, wie sich das Angebot etabliert hat, steigen auch die Besucherzahlen. 2009 und auch 2010 ist mit über 5.000 Besuchern eine anfangs nicht für möglich gehaltene Grenze überschritten worden.
In diesem Jahr werden 29 Puppenspieler von 16 Bühnen aus fünf Ländern in 45 Veranstaltungsstätten des Landkreises reisen, um über 60 Mal aufzutreten.
Natürlich sind es zuerst einmal die Kinder unterschiedlichsten Alters, die das 13. Internationale Puppentheaterfestival im Elbe-Elster-Land ansprechen will. Für sie stehen in diesem Jahr Märchen wie «Prinzessin auf der Erbse», «Der Teufel mit den drei goldenen Haaren», «Die kleine Meerjungfrau», «Schneewittchen» oder «Die Bremer Stadtmusikanten» auf dem Spielplan.
Für Jugendliche und Erwachsene bietet das Festival eine abwechslungsreiche Collage aus den unterschiedlichsten künstlerischen und literarischen Themenfeldern. So wird der klassische «Faust» von fundus aus Dresden aufgeführt, 5th Wheel aus St. Petersburg präsentieren ein mitreißendes «Varieté», manch ein Besucher wird sich «Im weißen Rößl» wohl fühlen und die «Körperwelten» von Debbsch & Lebbsch aus Potsdam bieten amüsante Einblicke in die Anatomie des Menschen. Aber auch musikalische Größen kann man im Puppenspiel begegnen – so in diesem Jahr «Amadeus» und «Bach».
Heiteres und Ernstes liegen auch bei diesem Festival oft nahe beieinander. So wurde auf Nachfrage des Publikums des vergangenen Festivals erneut die Puppenbühne Tandera aus Testorf mit ihrem Stück «1944 – Es war einmal ein Drache» eingeladen. Nein, es ist kein Märchen. Sondern eine wahre Geschichte aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Im Dezember 1944 waren noch ca. 10.000 sogenannte Schutzhäftlinge im Lager, darunter fast 400 Kinder. Für diese Kinder haben die Frauen damals heimlich eine Weihnachtsfeier organisiert. Denn sie wollten eben nicht aufhören, wie Menschen zu denken und zu fühlen und auch den Kindern ein Gefühl von Hoffnung geben (nach der gleichnamigen literarischen Vorlage von Bodo Schulenburg).
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