Tanzszene mit akrobatischen Elementen vergrößern
Tanztage 2016: Compagnie XY. (Photo: Christophe Renaud de Lage)

Die Potsdamer Tanztage haben sich seit 1991 als herausragendes internationales künstlerisches Highlight in Potsdam etabliert und bleiben weiterhin einzigartig im Land Brandenburg.

Das Festival lädt jedes Jahr Tanzkompanien aus der ganzen Welt nach Potsdam ein und bietet damit ein international hochkarätiges Spektrum verschiedener Tanztheaterformen an. Zwölf Tage lang wird die Landeshauptstadt Brandenburgs zur Bühne der internationalen Tanzszene. Die Aufführungen bilden das Kernstück des Festivals: Solo-Arbeiten und große Ensembles, erzählerisches Tanztheater und reine Bewegung, Stücke für Kinder und ungewöhnliche Performances wechseln sich in einem reichen Programm ab.

Ziel ist es, die Vielfalt der aktuellen internationalen Tanzszene, die sich durch ihre hohe Kreativität auszeichnet, zu präsentieren. Ein besonderes Augenmerk des Festivals ist die Nähe zwischen Publikum und Künstlern. Fester Bestandteil der Potsdamer Tanztage sind deshalb die Workshops, die sich an interessierte Laien und an professionelle Tänzer richten, sowie die Künstlergespräche, die nach den Aufführungen zum Austausch mit Tänzern, Choreographen und dem Publikum anregen. Konzerte ergänzen das Programm und laden zum Verweilen in der Schiffbauergasse ein.

Kinder- und Jugendtanztage

Seit 2004 sind die Kinder- und Jugendtanztage ein fester Bestandteil des Festivals. Kinder haben ein natürliches Verständnis vom Tanz: Sie staunen, sie genießen, Bewegung zu sehen und nachzumachen. Um diese Erfahrung zu unterstützen bietet das Festival zahlreiche Formate an, Bewegung in unterschiedlichster Form zu erfahren, Künstlern zu begegnen und mit den Eltern Tanzstücke zu erleben. Die Kinder- und Jugendtanztage sind ein Fest des Tanzes für die ganze Familie, mit Tanzaufführungen, Workshops und Musik.

Programm 2017

FESTIVAL PROLOG – The Blank Placard Dance (1967) / Anna Halprin

Potsdamfabrik Potsdam So, 14. Mai 16 Uhr
PotsdamLuisenplatz Di, 16. Mai 17 Uhr

Eine Gruppe von circa 30 Laien-PerformerInnen, bewaffnet mit weißen Plakaten, eröffnet ihren stillen Protestmarsch. Ihre Bühne sind die belebten Straßen der Stadt. Gegen was sie demonstrieren? Sie antworten: “Gegen was möchten SIE protestieren?” Kunst und Politik interagieren, gesellschaftliche Fragen werden tänzerisch in den öffentlichen Raum verlegt. Die 1967 von der Amerikanerin Anna Halprin inszenierte Performance “Blank Placard Dance” wurde – vierzig Jahre später auf Anfrage des Centre Pompidou – durch die Choreografin Anne Collod neu interpretiert. Damals reagierte man auf den Vietnamkrieg und protestierte gegen die sozialen Unruhen in den USA. Doch was betrifft die Gesellschaft heute, in Zeiten politischer Krisen und Zusammenbrüche? Die Protest-Performance von Anne Collod sucht Denkanstöße. Ein spannender Akt und kollektiver Entstehungsprozess, den der Zuschauer aktiv mitgestalten kann und soll.

Idee und Leitung: Anne Collod
Produktion: Les Spectacles vivants

Wenn der Körper spricht (6+)

Nicht nur ein Tänzer drückt mit dem Körper aus, was er wahrnimmt, fühlt oder denkt. Wir alle sprechen, außer mit Worten, auch mit unserem Körper. Wie geht das? Sind wir deshalb alle irgendwie Tänzerinnen und Tänzer? Die Augen sind nach innen gerichtet und man stellt sich ein trockenes Blatt im Wind vor. Ein Spiel mit der Wirklichkeit entsteht, es wird lustig, komisch und auch traurig. Ein Bild wird Bewegung, Bewegung wird Tanz und Tanz wird Sprache. Ausprobieren, sich treiben lassen, die Hände an Fäden hängen, dein Kinderzimmer tanzen lassen oder sich wie ein Roboter bewegen, alles ist möglich. Der Schauspieler und Tänzer Chris Daftsios und die 7-jährige Lotta treten miteinander in einen Dialog.

Choreografie und Regie: Hanna Hegenscheidt
Performance, Choreografie: Chris Daftsios
Performance, Text: Lotta Hegenscheidt
Dramaturgie: Ulrich Huhn

FESTIVAL-ERÖFFNUNG – Hieronymus Bosch: Der Garten der Lüste

PotsdamHans Otto Theater Di, 16. Mai 19.30 Uhr

Die kanadische Choreografin Marie Chouinard entführt in eine Welt aus paradiesischer Harmonie, höllischen Wahnsinns und frivoler Heiterkeit. Sie nimmt das berühmte Triptychon “Der Garten der Lüste” von Hieronymus Bosch, das aus Garten Eden, Hölle und Paradies besteht, unter die Lupe und zeigt was sich ereignen kann, wenn ein Gemälde zu tanzen beginnt. Körperhaltungen der Originalfiguren geben Bewegungsimpulse und erzeugen eine außergewöhnliche Choreografie, die eine Hommage an ein Meisterwerk des Mittelalters ist und eine beeindruckende Brücke zwischen bildender Kunst und Tanz schlägt.

Tanz: Charles Cardin-Bourbeau, Sébastien Cossette-Masse, Catherine Dagenais-Savard, Valeria Galluccio, Motrya Kozbur, Morgane Le Tiec, Scott McCabe, Sacha Ouellette-Deguire, Carol Prieur, Clémentine Schindler
Originalmusik: Louis Dufort
Konzept, Regie, Licht, Choreografie, Bühnenbild, Video, Kostüme, Requisite: Marie Chouinard
Maske: Jacques-Lee Pelletier
Filmteam (Akt 3)
Fotograf: Jean-François Gratton
Regieassistent und Schnitt: Miguel Raymond
Darsteller: Lucie Mongrain

LINKAA & Special Guest (Potsdam)

Potsdamfabrik Potsdam Di, 16. Mai 22 Uhr

Die beiden Potsdamer Künstler Polina Borissova und Aaron Christ lernten sich im Frühling 2015 kennen und begannen sofort ihr musikalisches Schaffen. In kürzester Zeit entstand eine Fülle an vielseitigen Songs, mit denen sie zunächst in unterschiedlicher Besetzung und Arrangements auftraten. Im November 2016 bekommt das Projekt endlich seinen Namen – LINKAA. Durch ihre experimentierfreudige Musik kreieren sie Atmosphären, die in abgelegene Gefühlswelten eintauchen lassen. Ihre Musik ist so vielseitig wie ein Mensch selbst – mal naiv, mal verliebt, mal kompliziert, schwermütig, aggressiv. Und dazu kommt letzten Endes noch eine gute Portion Humor.

May He Rise and Smell the Fragrance

Potsdamfabrik Potsdam Mi, 17. Mai 20 Uhr
Do, 18. Mai 19.45 Uhr

Ali Chahrour ist ein Ausnahmekünstler. Mit 26 Jahren gehört er zur jüngsten Generation libanesischer Choreografen und dennoch befragen seine Tanzstücke uralte, zutiefst menschliche Themen wie Verlust, Tod, Liebe und Glaube. Er durchleuchtet Religion und die Traditionen der arabischen Welt und verbindet sie mit kraftvoller Livemusik und einem Tanz, der seine Wurzeln befragt. 2016 präsentierte er in Potsdam mit “Maout Leila (Leilas Abschied)” den zweiten Teil seiner Trilogie zu Trauerritualen, der anschließend beim Festival d’Avignon gefeiert wurde. Mit “May He Rise…” beschließt er den Zyklus und rückt dabei scheinbar unvereinbare Themen in den Fokus: Männlichkeit und Trauer. “Ein Junge beißt sich auf die Zunge, auch wenn das Herz zerreißt”, das lernte Chahrour als Kind, als sein Vater verstarb, denn Männer weinen nicht. Männer in Tränen sind ein Tabu, das am Wesenskern der Männlichkeit kratzt. Chahrour macht aus Trauer eine Männersache und hinterfragt dabei die eigene Identität, aber auch die überlieferten Vermächtnisse und Sitten, sowie die Beziehung des Körpers zu Heiligkeit, Religion und Macht.

Choreografie: Ali Chahrour
Dramaturgie: Junaid Sarieddeen
Performance: Hala Omran, Ali Chahrour
Musik komponiert und aufgeführt von: “Two or The Dragon” / Ali Hout, Abed Kobeissy
Licht: Guillaume Tesson, Ton: Khayam Al Lami
Grafik Design: Nadine Helwe, Kalligrafie: Ali Ceblany
Kostüme: Rayya Morkos

Khaled Kurbeh & Raman Khalaf QUARTETT (Syrien/Berlin)

Potsdamfabrik Potsdam Mi, 17. Mai 22 Uhr

Die feine und betörende Musik des syrischen Duos Raman Khalaf (Oud) und Khaled Kurbeh zwischen zeitgenössischer arabischer Klassik, Piano und Gesang hatte schon die Besucher des Festivals 2016 in ihre Bann gezogen. Mit zwei weiteren Musikern ist das Duo zum Quartett aufgestiegen und hat gerade sein Debütalbum “Aphorisms” veröffentlicht. Damit sind sie gleich vom BBC Radio und dem Piano Days Festival in Berlin eingeladen worden. Mit atmosphärischen Kompositionen schaffen sie eine Musik, die sowohl scharfsinnig als auch erfinderisch ist, ein Soundtrack für das 21. Jahrhundert.

Le Récital des Postures

PotsdamT-Werk Do, 18. Mai 21 Uhr
Fr, 19. Mai 21 Uhr

Yasmine Hugonnets Körper verharrt in Bewegung, durchläuft eigenwillige Haltungen und präsentiert sich pur. Körperteile ragen in den Raum hinein, wirken losgelöst voneinander und dennoch aufeinander fixiert. Die Solokünstlerin entwickelt mit kraftvollen Posen eine Intensität, die die Stille erfüllt und die Fantasie beflügelt. In Zeitlupe entfalten sich Bewegungsdimensionen, die versuchen, der Schwerkraft zu trotzen und das weiße Bühnenbild zu beleben. Ein Solokonzert, dessen Instrument der Körper ist – wo die Stimme wie aus dem Nichts ertönt

Choreografie und Tanz: Yasmine Hugonnet
Künstlerische Mitarbeit: Michael Nick
Lichtdesign: Dominique Dardant
Kostüm: Scilla Ilardo
Bühnenbild: Yasmine Hugonnet, Dominique Dardant

TIME TAKES THE TIME TIME TAKES

Potsdamfabrik Potsdam Fr, 19. Mai 19.30 Uhr
Sa, 20. Mai 19.30 Uhr

Das Perpetuum mobile – einmal in Gang gesetzt, hört es nicht mehr auf. Und so gelangen auch die TänzerInnen um Guy Nader und Maria Campos in einen Zustand der kontinuierlichen Bewegung. Was hier zählt ist der pure Tanz, die fluiden Bewegungen der Figuren, die sich in der Zeit zu verlieren scheinen. Vorgegeben durch den stetigen Takt des Schlagwerks verstreichen die Sekunden zu Minuten und das ästhetische Zusammenspiel der Körper verschmilzt zu einer Interaktion im Raum. In “Time Takes The Time Time Takes” findet sich der Zuschauer in einem konstanten Rhythmus des Pendels der Zeit, während der puristische Raum mithilfe von Sound und Tanz erkundet wird. Guy Nader und Maria Campos schaffen durch Rhythmus und Musik ein tänzerisches Kontinuum, das sich in dynamischen Bewegungen widerspiegelt.

Idee, Konzept: Guy Nader & Maria Campos
Leitung: Guy Nader
Mitarbeit und Tanz: Maria Campos, Guy Nader, Lisard Tranis, Sol Vazquez, Tom Weksler
Musik: Miguel Marin
Lichtdesign: Israel Quintero and Lidia Ayala
Lichttechnik: Conchita Pons
Kostüme: Viviane Calvitti, GN | MC
Produktion: Raqscene

Pretty Mery K. (Berlin)

Potsdamfabrik Potsdam Fr, 19. Mai 22 Uhr

Nach ihren zwei Studioalben “Oh” (2012) und “Rowboat” (2014) brachte pretty mery k im Oktober 2016 ihre neue EP mit dem Namen “Big Brown Eyes” heraus. “Big Brown Eyes” dürfte dabei wohl der poppigste und fröhlichste Song der Platte sein. Aber auch bei ihm scheint durch, was den Sound des Trios so besonders macht: Die düstere Eleganz der Songs, ihre kaum zu verleugnende Schwermut, die deutlich wahrnehmbare, aber nie übertriebene Experimentierfreudigkeit.

Treasured in the Dark

PotsdamT-werk, Schiffbauergasse Sa, 20. Mai 21 Uhr
So, 21. Mai 19 Uhr

Die ursprüngliche Idee der Trilogie “Choreoversations” des brasilianischen Tänzers Thiago Granato war es jeweils zwei Choreografen zu einem Gesprächsaustausch einzuladen, der Granatos Körper als Ausdrucksmedium nutzen kann. Sein Tänzerkörper als Gefäß für einen fiktiven oder tatsächlichen Austausch über choreografische Ideen. Bei “Treasured in the Dark”, dem ersten Teil der Trilogie, ruft er die Geister der bereits verstorbenen Choreografen Tatsumi Hijikata (Japan/1928-1986) und Lennie Dale (USA-Brasilien/1934-1994) in eine spirituellen Session an und kombiniert in einer wunderbaren Reihe von Metamorphosen das Dunkel des Buthos mit dem “Calor” (Wärme/Hitze) des tropischen brasilianischen Modern Jazz. Die Choreografie besticht durch das extreme Wandlungsvermögen und die tänzerische Virtuosität dieses Ausnahmetänzers. Sie stellt ebenso Fragen über den Tanz als politisches Statement und als Ort des Widerstands – denn im Nachkriegsjapan und in der militärischen Diktatur Brasiliens (1965-1985) waren Butho und Queeres Tanz-Theater Cabaret per se politische Ausdrucksformen. Die Metamorphose des Körpers wird in diesem Stück zur politischen Unterwanderung, die auch heute gleichermaßen nötig ist und uns den Spiegel in die Hand gibt.

Konzept, Leitung, Choreografie und Performance: Thiago Granato
Leitungsassistenz: Sandro Amaral
Tondesign: Gerald Kurdian
Lichtdesign: Jan Fedinger
Künstlerische Assistenz: Carolina Mendonça und Lou Forster
Assistenz Kostüme: Marion Montel
Objekte: Thiago Granato und Sandro Amaral

HOPE (Berlin)

Potsdamfabrik Potsdam Sa, 20. Mai 22 Uhr

Nach den Veröffentlichungen “Nude” (2014), “Raw” (2015) und “Cell” (2016), gemeinsamen Konzerten mit den Bands ALGIERS, WE ARE THE CITY, DRANGSAL und ME AND MY DRUMMER steht das Berliner Dark Pop/Trip-Hop Quartett HOPE vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums. Für die Aufnahmen dazu hat sich die Band mit dem Produzenten Olaf Opal für eine Woche in ein verlassenes Lungenheilsanatorium bei Berlin zurückgezogen, um den Klang und die Atmosphäre der einzigartigen, unwirklichen Räume in die Musik einfließen zu lassen. Entstanden sind neun Lieder, die Zerbrechlichkeit und rohe Wucht atmen.

“dunkle, mäandernde Zeitlupenbeats und betörender Gesang – HOPE machen Trip-Hop wieder zu einer zeitgemäßen Musik” – taz

Les Thermes

Di, 23. Mai 18 Uhr
PotsdamWaschhaus Potsdam Mi, 24. Mai 18 Uhr
Do, 25. Mai 15 Uhr
Fr, 26. Mai 15 Uhr
Sa, 27. Mai 15 Uhr
So, 28. Mai 11 Uhr

Die Installation “Les Thermes” ist ein moralisches Bad, ein Spa gewidmet der stoischen Philosophie. Ein großer Pool aus Holz enthält 23.000 schwarze Soft-Bälle, auf denen Zitate von Stoiker-Werken geprägt sind. Das Publikum wird eingeladen, in diesen Hammām der Gedanken einzutauchen und sich von den Aphorismen durchdringen zu lassen. Zwischen Bälle-Bad und konzeptueller Sauna wird diese Installation mit eingeladenen KünstlerInnen und PhilosophInnen zum Raum des Nachdenkens und des Austausches. Ein Wiedersehen mit den Künstlern rund um Julien Fournet und Antoine Defoort, die 2011 mit ihrem Stück “Cheval” – damals mit unzähligen Tennis-Bällen – Gäste des Festivals waren.

Idee: France Distraction (Belinda Annalora, Antoine Defoort, Julien Fournet, Halory Goerger, Sébatien Vial )
Technik: Émilie Godreuil
Produktion: L’Amicale de Production / Julien Fournet

This Duet That We´ve Already Done (so many times)

Potsdamfabrik Potsdam Di, 23. Mai 20 Uhr
Mi, 24. Mai 20.30 Uhr

Die Stücke von Frédérick Gravel sind impulsiv und unverstellt. Schon 2013 zeigte er mit “Gravel Works” ein kraftvolles Stück mit Live-Band, rockiger Choreografie und expressiver Körperlichkeit. Zusammen mit Ellen Furey präsentiert er diesmal ein intimes Duett, das ebenso die Grenzen der Poesie, der Härte und der Emotionen austestet. Miteinander gehen sie in ein “Crescendo der Zweisamkeit”, sind abwechselnd Zuschauer und Täter, provokant und einfühlsam, fordernd und abweisend. Sie schaffen eine einzigartig dramatische Sprache, in der sich Zufall und Aufprall zu sinnlichen Tanzmomenten verbinden. “This Duet…” ist ein selten schönes Stück geprägt von Selbstironie und Spieltrieb, das nie aufhört zu überraschen und durch tiefe Menschlichkeit und Verwundbarkeit berührt.

Idee und Leitung Frédérick Gravel / Choreografie Frédérick Gravel, Brianna Lombardo
Licht Alexandre Pilon-Guay
Sound Stéphane Boucher, Frédérick Gravel
Originalmusik Stéphane Boucher
Künstlerische Assistenz Ivana Milicevic, Jamie Wright
Assistenz Kostüme Elen Ewing
Künstlerische Beratung Stéphane Boucher, Clara Furey, Étienne Lepage, Katya Montaignac
Technische Leitung Olivier Chopinet
Produktionsassistenz Jamie Wright

Vic’s Mix – 15 Years of Rubberbandance GROUP

PotsdamHans Otto Theater Mi, 24. Mai 20 Uhr
Do, 25. Mai 19.30 Uhr

Federnd elastische Körper, virtuose Gruppenchoreografien und technisch herausragende TänzerInnen machen die Stücke von RUBBERBANDance Group zum Genuss. Zwischen Ballett und seiner ersten Liebe, dem Hip-Hop der amerikanischen Westküste der 90er Jahre, definiert Victor Quijada die Ästhetik des kanadischen Tanzes neu. Er ergänzt den Street Dance mit der Klarheit und der Vielfalt des Balletts und des Zeitgenössischen Tanzes und verbindet sie in einem unverwechselbaren Stil. In “Vic’s Mix” wirft Victor Quijada einen Blick zurück auf die Vielfalt seines Repertoires. Er experimentiert mit den Konventionen des Theaters und sorgt dafür, dass jeder Körper, über der Bühne schwebend, die Grenzen der Bewegung verschiebt.

Choreografie: Victor Quijada
Tanz: Jean Bui, Amara Barner, Béatrice Larrivée, Sydney McManus, Sovann Prom Tep, Zack Tang, Paco Ziel
Originalmusik: Jasper Gahunia & al.
Lichtdesign: Yan Lee Chan
Kostüme: Camille Thibault-Bédard
Ton und Licht: Yan Lee Chan

T

Potsdamfabrik Potsdam Do, 25. Mai 20 Uhr
Fr, 26. Mai 20 Uhr

Der Choreograf Jordi Galí befindet sich im Balanceakt zwischen Balken, Leitern und Autoreifen. Schwerkraft, Körper, Bewegung und Zeit stehen im dynamischen Verhältnis zueinander, dessen Extreme in einem absurden Ritual vor Publikum erforscht werden. Konzentriert und präzise im Rhythmus des Atems ist er Tänzer und Architekt zugleich. Mit jedem weiteren Gegenstand steigt die Spannung – jede Bewegung des Tänzers muss das Gleichgewicht ausloten. Eine komplexe Konstruktion, deren Höhepunkt die Balance ist. Seit 2008 entwickelt sich die Performance “T” stetig weiter und gab als Erstlingswerk Impulse für seine späteren Arbeiten wie “Ciel”, “22 Cailloux” oder “Maibaum”, die allesamt Tanz und Handwerk vereinen.

Choreografie und Tanz: Jordi Galí
Produktion: Arrangement Provisoire
Koproduktion: CNN de Rillieux-la-Pape/Cie Maguy Marin, RamDam – Lieu de Ressources Artistiques (Lyon), L’Animal a l’Esquena (Girona)

Unrelated

PotsdamT-werk, Schiffbauergasse Do, 25. Mai 21 Uhr
Fr, 26. Mai 21 Uhr

“Unrelated” ist ein dunkles, stilles Duett, welches Entsetzlichkeit und Verwundbarkeit bedrückend nebeneinander setzt. Es ist eine Auseinandersetzung mit der Tragödie der indigenen Frauen Kanadas. In einem rhythmischen Wechsel von brutalen, fast selbstzerstörerischen Bewegungen, bei denen sich die Körper gegen die Wand oder auf den Fußboden schlagen, und unschuldigen, sinnlichen Sequenzen, eröffnet sich die Möglichkeit einer Transformation. Daina Ashbee begibt sich auf eine Reise ins Unterbewusstsein. Der Körper verschafft sich Ausdruck, mit Kraft brechen die Emotionen heraus. In der Verbindung zur Erde, zur Umwelt und zu den Vorfahren bröckelt die Fassade – es ist eine Reparatur, wie eine Vorbereitung auf einen neuen Anfang. 2016 wurde “Unrelated” mit dem Preis für die beste Choreografie in Montreal ausgezeichnet, weiterhin wurde das Stück auf der Konferenz der globalen Allianz gegen weibliche Genitalverstümmelung und dem Museum der Ethnografie in Genf präsentiert.

Künstlerische Leitung, Konzept, Choreografie und Bühne: Daina Ashbee
Tanz und Performance: Paige Culley und Areli Moran
Lichtdesign: Timothy Rodrigues
Choreografische Beratung: Lee Su-Feh (2012), Michael Greyeyes (2012), Lara Kramer (2014)
Musik: Bashar C

Aaron Ahrends (Berlin)

Der 29-jährige Berliner Musikproduzent und studierte Tonmeister Aaron Ahrends spielte schon früh Violine, Gitarre und Schlagzeug. Im Alter von 17 Jahren begann er mit dem Computer zu produzieren und schuf seine ersten elektronischen Stücke, die zu einer einzigartigen Mischung aus akustischen Klängen, analogen Synthesizern, Drum-Machines und Gesang verschmelzen. Mit seinem Ansatz, treibende Beats, große Euphorie und tiefe Melancholie zu vereinen, bringt Aaron eine erfrischende Stimme in die Welt der elektronischen Tanzmusik.

Gravitas

PotsdamT-werk, Schiffbauergasse Sa, 27. Mai 15 Uhr
Sa, 27. Mai 18 Uhr
So, 28. Mai 15 Uhr

Auf einer luftgefüllten Matratze fordern sich zwei Tänzer wie in einem Boxring heraus. Ofir Yudilevitch und Asher Ben Shalom testen die Schwerkraft bis an ihre Grenzen aus – fallen, springen, fliegen, aufstehen und wieder fallen. Mit Leichtigkeit und Experimentierfreude jonglieren sie mit Begriffen wie “oben”, “unten”, “schwer” und “leicht” und stellen sie auf den Kopf. Zwischen Tanz und Akrobatik spielen sie mit der Sehnsucht nach dem Schweben und der Entdeckung neuer Möglichkeiten des Körpers. Sie schaffen damit einen utopischen Raum der Bewegung, der im Weltraum zu sein scheint.

Konzept und Choreografie: Ofir Yudilevitch
Tanz: Asher Ben Shalom und Ofir Yudilevitch
Musik: Hakobune, Son Lux, TNGHT

Ciel

Sa, 27. Mai 15 Uhr
Potsdamfabrik Potsdam So, 28. Mai 14 Uhr

Jordi Galí strebt mit einer einfachen Konstruktion aus Baumstämmen und langen Seilen zum Himmel. Gleichzeitig Skulptur in der Entstehung und Solo eines Tänzers stellt “Ciel” das Werk des Baumeisters in den Mittelpunkt, sowie die Einfachheit und die Schönheit des Schaffens mit eigenen Händen. Die Reise weist mit Ruhe und Stille nach oben, immer weiter, immer zerbrechlicher und wird zu einem Gedicht des Strebens nach Höherem.

Konzept und Performance: Jordi Galí
Produktion: Arrangement Provisoire
Koproduktion: CNN de Rillieux-la-Pape/Cie Maguy Marin, RamDam – Lieu de Ressources Artistiques (Lyon), L’Animal a l’Esquena (Girona), Nau Côclea (Girona)

Balabala

Potsdamfabrik Potsdam Sa, 27. Mai 19.30 Uhr
So, 28. Mai 16 Uhr

Fünf junge Frauen aus Jailolo, einer Stadt auf den Nordmolukken Indonesiens, entwarfen mit dem Choreografen Eko Supriyanto ein Stück, das sich mit Geschlechterrollen, der eigenen Tanztradition und ihrer vom Militär geprägten Geschichte auseinandersetzt. Die indonesische Kampfkunst Pencat Silat in Verbindung mit den Kriegstänzen Cakalele und Soya Soya, die normalerweise nur von Männern aufgeführt werden, schaffen eine kraftvolle Performance, die durch die Präsenz der jungen Darstellerinnen getragen wird. Gesänge, Trommeln und Saitenklänge untermauern den Auftritt, der mal energisch, mal fließend, aber immer selbstbewusst ist. Balabala ist ein Stück, das sich der modernen indonesischen Frau widmet.

Choreografie: Eko Supriyanto
Tanz: Yimna Meylia Meylan Runggamusi, Siti Sadia Akil Djalil, Yezyuruni Forinti, Mega Istiqama
Bühnenbild: Iskander K. Loedin
Dramaturgie: Arco Renz
Komponist: Nyak Ina Rasenki
Kostüm: Oscar Lawalata und Erik Dian

TripAdLib (Mainz)

100% Echtzeitelektro

Auf den ersten Blick machen die Jungs von TripAdLib das, was alle Bands früher oder später tun, wenn sie ihre Proberäume und Aufnahmestudios verlassen: sie spielen live. Auf den zweiten Blick legt das Duo dabei jedoch eine verblüffende Kompromisslosigkeit an den Tag. TripAdLib sind anders; sie verleihen der maschinellen Ästhetik elektronischer Tanzmusik ein organisches Antlitz. Denn TripAdLib spielen akustische Instrumente und verbinden deren Möglichkeiten raffiniert mit der Wärme analoger Effektgeräte und Loops in Echtzeit. Die Musik, die dabei herauskommt, ist eine Mixtur aus minimalistischen Four on the Floor-Beats, repetitiven Synthi-Bässen und hookverspielten Melodien. Ein Soundtrack zu einem nächtlichen Trip, der Tanzbarkeit, Groove und Hingabe an die Musik vereint.

Organisatorisches

Veranstalter und Informationen

fabrik Potsdam
PF 60 06 07
Schiffbauergasse 10
14406 Potsdam
Tel: 0331-2800314
Fax: 0331-240924
contact@fabrikpotsdam.de
www.potsdamer-tanztage.de
www.fabrikpotsdam.de

Kartenservice

Tel: 0331-240923

Anfahrt

Bahn: Ab Berlin RE1 oder S7 bis Potsdam Hbf, weiter mit Tramlinien 93, 94 und 99

Fremdenverkehrsinformationen

Tourist-Info am Alten Markt, Luisenplatz 3 und im Hauptbahnhof,
Tel: 0331-27558899
www.potsdamtourismus.de

Zuletzt aktualisiert am: 2017-05-08