Die Mitarbeiter des Brandenburgischen Literaturbüros planen mit Autoren und Schauspielern über 60 Lesungen jährlich, die in Zusammenarbeit mit Bibliotheken, Theatern, Buchhandlungen, Galerien und Museen im ganzen Land Brandenburg stattfinden.

Programm 2017

Peter Walther “Hans Fallada. Die Biographie”.

Landkreis Ostprignitz - RuppinSchloss Rheinsberg Do, 11. Mai 19.30 Uhr

Als 1932 mit “Kleiner Mann – was nun?” Falladas erster Welterfolg erscheint, liegt schon ein bewegtes Leben hinter ihm: Psychiatrieaufenthalt wegen Tötung eines Freundes in einem Scheinduell, Morphiumkonsum und Beschaffungskriminalität, Gefängnisaufenthalte, Arbeit als Annoncenjäger und Lokaljournalist. Seit seiner Pubertät ist das Schreiben für Fallada (1893-1947) ein Lebensantrieb. Erst die Ehe mit Suse jedoch gibt ihm den Rückhalt für seine ungeheure schriftstellerische Produktivität. Falladas Leben ist zugleich die Geschichte seiner lebenslangen Abhängigkeit von Alkohol, Schlaftabletten, Morphium und unseliger Kompromisse: “Der Junge kann was”, lobt Goebbels. Im Auftrag des Propagandaministeriums schreibt der Bestseller-Autor der Weimarer Republik 1944 einen “nicht antisemitischen antisemitischen Roman”. Nur wenig später entsteht auf Anregung von Johannes R. Becher das Buch über den Widerstand gegen das Nazi-Regime, das Jahrzehnte nach dem Tod des Schriftstellers zum zweiten Welterfolg wird. Peter Walther schildert “unfassbar material- und detailreich”(Süddeutsche Zeitung) das Leben des Schriftstellers.

Hans Pleschinski “Nie war es herrlicher zu leben. Das geheime Tagebuch des Herzogs von Croÿ 1718-1784”

Herzog Emanuel von Croÿ (1718 – 1784) stammte aus einer altadligen Familie französisch-deutschen Ursprungs. Er war Landbesitzer, ranghoher Militär, Beobachter und profunder Chronist seiner Zeit. Sein Faible gilt der Literatur, Architektur sowie dem Theater. Er war nicht nur ein produktiver Autor von Essays und Pamphleten, sondern auch ein besessener Tagebuchschreiber, von dem tausende Seiten seines Journals seit 1740 überliefert sind.
Hans Pleschinski hat das Tagebuchkonvolut in Frankreich entdeckt und zum ersten Mal in einer Auswahl für das deutsche Publikum übersetzt und herausgegeben. Croÿs Schilderungen sind eine farbige, streckenweise einzigartige Fundgrube, was das politische und gesellschaftliche, private und höfische Leben im 18. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland bis zur Französischen Revolution anbelangt. Seine Begegnungen mit Voltaire und Benjamin Franklin, den Brüdern Montgolfier, die Porträts von Madame de Pompadour bis zu Marie Antoinette oder die Hinrichtung eines Attentäters sowie das Sterben Ludwigs XV. – all diese Miniaturen des Herzogs bilden ein unschätzbares und präzises Dokument einer untergegangenen Welt.

Hans-Joachim Maaz Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft

Landkreis Oberspreewald - LausitzSchloss Lübbenau Do, 18. Mai 19 Uhr

Ein Normopath ist stets normal und angepasst, sein Verhalten überkorrekt und überkonform. Die Zwanghaftigkeit, mit der er den Erwartungen entspricht, verrät indes, dass er ein falsches, ein unechtes Leben führt. Krank ist nicht nur er, sondern vor allem die Gesellschaft, in der er lebt und deren Anpassungsdruck er sich unterwirft – bis er die Gelegenheit gekommen sieht, seine aufgestaute Wut an noch Schwächeren oder am “System” abzureagieren.
Der Hallenser Psychoanalytiker und Psychiater Hans-Joachim Maaz ist bekannt für seine brillanten, zukunftsweisenden Analysen kollektiver Befindlichkeiten und gesellschaftlicher Zustände – vom Gefühlsstau, einem Psychogramm der DDR, bis zur narzisstischen Gesellschaft, einer Psycho-Analyse unserer Promi- und Leistungsgesellschaft. In seinem neuen Buch nimmt er Phänomene wie Pegida und AfD, den zunehmenden Hass auf Ausländer, aber auch die Selbstgerechtigkeit der politischen Elite zum Anlass, ein konturenscharfes Bild unseres falschen Lebens zu zeichnen, in dem wir uns lange eingerichtet haben und aus dem uns nun die zunehmende Polarisierung und Barbarisierung unserer sozialen und politischen Verhältnisse herausreißt. Das falsche Leben ist das Buch zur Stunde – Augen öffnend und alles andere als Mainstream.

Takis Würger liest „Der Club“

Hans Stichler stammt aus einfachen Verhältnissen. Als ihm seine einzige Verwandte ein Stipendium für die Universität in Cambridge vermittelt und er als Gegenleistung dort ein Verbrechen aufklären soll, weiß er noch nicht, worauf er sich einlässt. Er schafft es, Mitglied im elitären Pitt Club zu werden, und verliebt sich in Charlotte, die ihn in die Bräuche der Snobs einweiht. Schon bald muss er feststellen: Vor der Kulisse alter Chesterfield-Sessel, kristallener Kronleuchter, Intarsienmöbel und Tiertrophäen ereignen sich Dinge, über die keiner spricht. Und auch Charlotte scheint etwas zu verbergen. Hinter den schweren Türen des legendären Pitt Clubs wird Hans vor die Wahl gestellt, ob er das Falsche tun soll, um das Richtige zu erreichen.

Lausitzer LesART Bruno Preisendörfer “Als unser Deutsch erfunden wurde: Reise in die Lutherzeit”

Martin Luther lag erst ein gutes Jahr in der Wittenberger Schlosskirche im Sarg, als im Frühling 1547 von den Türmen seiner alten Predigtkirche, der Stadtkirche St. Marien, die Aufbauten von den Türmen genommen wurden. Auf die freigemachten Plattformen sollten Kanonen gehievt werden, mit denen man die Landsknechte Karls V. vom Sturm auf die Stadt abhalten wollte. Letztendlich wurde die Stadt friedlich übergeben; Wittenberg wurde nicht geplündert. Luthers Leichnam wurde nicht aus dem Grab geholt und verbrannt, um noch posthum die Reichsacht an ihm zu vollstrecken – obwohl es Stimmen gab, die dies forderten. Die Türme bekamen neue Spitzhelme – und erst ein halbes Jahrtausend später (bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1910) fand man eine von Philipp Melanchthon handschriftlich verfasste Chronik der Zeit – einer Zeit, die bewegter, aber (für Deutschland) auch zukunftsformender kaum hätte sein können.
Bruno Preisendörfer schaut Luther und vielen seiner Zeitgenossen über die Schulter, wir erleben ihr öffentliches Wirken, aber auch ihren Alltag. Mit Götz von Berlichingen überfallen wir Nürnberger Kauf leute und werden selbst von Nürnbergern belagert. Wir sehen den Fuggern in ihrem Augsburger Kontor auf die Finger und machen uns mit den Welsern bei der Ausbeutung Venezuelas die Hände schmutzig. Albrecht Dürer lernen wir beim Malen kennen, Hans Sachs beim Versemachen und Luthers Frau Katharina bei der Haushaltsführung – bis wir mit ihr vor der Pest aus Wittenberg fliehen. Wir erleben, wie mühsam die Alltagsverrichtungen sind, vom Zubereiten der Mahlzeiten bis zum Beschaffen der Kleidung. Wir reihen uns in Landsknechte-Haufen ein, proben mit fränkischen und thüringischen Bauern den Aufstand, lauschen brav den Predigern und fürchten uns vor dem Jüngsten Gericht.

Stefan Hertmans „Die Fremde“.

PotsdamVilla Quandt Potsdam Mo, 12. Juni 20 Uhr
Landkreis HavellandPremnitz, Villa am See Di, 13. Juni 19 Uhr

Als Stefan Hertmans erfährt, dass seine zweite Heimat, der Ort Monieux in Frankreich, vor tausend Jahren Schauplatz eines Pogroms durch die Kreuzritter war, begibt er sich auf Spurensuche. Unter den Überlebenden soll eine junge Frau christlicher Herkunft gewesen sein. Diese historisch verbürgte Figur lässt ihn nicht mehr los, er tastet sich erzählend an ihr Leben heran. Vigdis nennt er die Frau, die für die Liebe zum Sohn des Rabbi ihre Existenz aufs Spiel setzt und zu Hamutal wird, die alles verliert und ganz allein nach Jerusalem aufbricht. Mit seiner grandiosen literarischen Rekonstruktion dieser Geschichte von Liebe, Gewalt und religiöser Verfolgung ist Hertmans ein erschreckend gegenwärtiger Roman gelungen.

Gusel Jachina. “Suleika öffnet die Augen”

Landkreis HavellandBuchhandlung Thieke Mi, 21. Juni 19 Uhr
Landkreis Teltow-FlämingStadtbibliothek Zossen, Kirchplatz 2 Do, 22. Juni 19.30 Uhr

Suleika ist eine tatarische Bäuerin. Eingeschüchtert und rechtlos lebt die Mutter von vier im Säuglingsalter gestorbenen Kindern auf dem Hof ihres viel älteren Mannes. Ihr Weg zu sich selbst führt durch die Hölle, das Sibirien der von Stalin Ausgesiedelten. Ein anrührendes und meisterhaftes Debüt, das in 21 Sprachen übersetzt ist.
Vielfach preisgekrönt, u.a. als Großes Buch 2015 und mit dem Jasnaja Poljana-Preis 2015
Gusel Jachina, geboren 1977 in Kasan (Tatarstan), russische Autorin und Filmemacherin tatarischer Abstammung, studierte an der Kasaner Staatlichen Pädagogischen Hochschule Germanistik und Anglistik und absolvierte die Moskauer Filmhochschule . “Suleika öffnet die Augen“ ist ihr erster Roman.

“Brandenburg liest”.

Das Brandenburgische Literaturbüro präsentiert an diesem Abend zahlreiche Neuerscheinungen von Autoren und Autorinnen, die Ihren Lebensmittelpunkt in Brandenburg gefunden haben. Der Abend wird musikalisch begleitet von dem Gitarristen Benedikt Reidenbach.

Julia Schoch – “Schöne Seelen und Komplizen”
Ferenc Liebig – “Die Guten werden gehen”
Harald Martenstein – “Im Kino”
Nell Zink – “Mauerläufer”
Lutz Seiler – “Meine Wohnung”
Bärbel Dalichow – “Abseits mit Montaigne”
Paula Schneider – “Bleib bei mir, denn es will Abend werden”
Sven Stricker – “Mensch, Rüdiger!”

Steffen Schroeder “Was alles in einem Menschen sein kann: Begegnung mit einem Mörder”

2013 stehen sich Steffen Schroeder und Micha im Gefängnis Berlin-Tegel zum ersten Mal gegenüber. Ein Gespräch über ihre schwierige Jugend bringt sie einander näher, bei allen Unterschieden: Schroeder wurde Schauspieler, Micha rutschte ins rechte Milieu ab, brachte einen Menschen um. Es beginnt eine besondere Beziehung: Schroeder, bekannt als Kommissar Kowalski in «SOKO Leipzig», wird Vollzugshelfer des lebenslänglich Verurteilten. Er lernt den Gefängnisalltag kennen, erfährt von Rangordnungen, Drogen, Ausbruchsversuchen; über die Jahre dringt er tief in Michas Geschichte ein, erfährt immer wieder Neues, Überraschendes. Für Micha wird er wichtiger und wichtiger, er begleitet ihn bei Freigängen, ist ihm Auge und Ohr für die Welt. Bald sieht Schroeder sich selbst und sein Leben in neuem Licht: Was unterscheidet ihn eigentlich von Micha? Und welche Entscheidungen und Wendepunkte führen überhaupt dazu, dass ein Leben gelingt oder scheitert?
Steffen Schroeder schreibt mit viel Gespür für das Menschliche über eine außergewöhnliche Begegnung und stellt dabei existenzielle Fragen nach Schuld, Schicksal und der Verantwortung dem eigenen Leben gegenüber. Der Fernsehkommissar und der Mörder – ein starkes, glänzend erzähltes Buch.

lit:potsdam no. 5 “Wie ich arbeite” Vortrag, Diashow & Werkstattgespräch

PotsdamVilla Quandt Potsdam Mi, 5. Juli 20 Uhr

Hanns-Josef Ortheil ist der diesjährige Writer in Residence des 5. Literaturfestivals lit:potsdam, welches vom 6. bis 9. Juli 2017 in Potsdam und Umgebung stattfindet. An diesem Abend gewährt der Autor dem Publikum einen exklusiven Einblick in seine “Werkstatt”, er zeigt Fotos, Typoskripte und Sammelstücke, die für Leben und Arbeit prägend waren.
Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, darunter dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und zuletzt dem Stefan-Andres-Preis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Sven Stricker liest “Mensch, Rüdiger!”

Landkreis HavellandRathenow, Schleusenplatz 4 Mi, 11. Okt 19.30 Uhr

Eine bittersüße Komödie über den Sinn des Lebens
Rüdiger ist Lehrer, verheiratet, Cordhose, 2 Kinder. Für den Rest der Welt ist er nahezu unsichtbar. An seinem 40. Geburtstag, mitten im Unterricht, merkt er, dass er sein bisheriges Leben nicht mehr erträgt. Er steht auf und geht.
Tom hatte vor Jahren einen Bestseller. Danach: Schreibblockade, Lebensblockade. Jetzt sitzt er im Supermarkt an der Kasse, von Ohnmachtsanfällen heimgesucht, und hilft biologisch verteuerter Landwurst übers Laufband. Bis es auch ihm reicht.
Rüdiger und Tom treffen sich auf einer Talbrücke. Beide wollen die Welt hinter sich lassen. Am Ende aber beschließen sie: Fünf Tage lang werden sie testen, ob das Leben nicht vielleicht doch noch lebenswert ist.

Christian Eisert stellt sein Buch „Kim und Struppi – Ein unmöglicher Urlaub oder: Tanzen mit Atomraketen“ in Wor

Wie viele Touristen jährlich Nordkorea besuchen, lässt sich exakt sagen: wenige. Dabei hält so ein Urlaub im Reich von Kim Jong Un viele Überraschungen bereit: Autobahnen ohne Autos, Hotels, in denen der fünfte Stock fehlt, und ein Tänzchen an der gefährlichsten Grenze der Welt – zu den Klängen von “Tränen lügen nicht”. Zusammen mit der kratzbürstigen Fotoreporterin Thanh Hoang ist Christian Eisert sechs Tage und 1.500 Kilometer durch die Demokratische Volksrepublik gereist. Mit gefälschten Biographien. Unter ständiger Beobachtung des Geheimdienstes. Und immer auf der Suche nach Kim Il Sungs legendärer regenbogenfarbener Wasserrutsche. Das Ergebnis ist einfach irre – und sehr komisch.

Aus dem Frühjahrsprogramm

Jürgen Israel «Katzendorfer Tagebuch»

PotsdamVilla Quandt So, 5. März 11 Uhr
Porträt vergrößern
Jürgen Israel

Matinee in der Villa Quandt
Buchpremiere — Lesung und Gespräch
Moderation: Peter Walther

Sich ein Jahr in Cata, Katzendorf, im siebenbürgischen Rumänien als «Dorfschreiber» niederzulassen, verlangt Neugier, Ausdauer, Abenteuerlust sowie Liebe zu Menschen und Tieren. Der Berliner Autor Jürgen Israel war nicht selten mit den Schafen und Schäfern des Dorfes von Sonnenaufgang bis zum Abend in der hügeligen Landschaft unterwegs. Er erlebte die brütende Sommerhitze und die Schnee- und Eiseskälte des rumänischen Winters.

Helga Schütz «Die Kirschendiebin»

PotsdamVilla Quandt So, 19. März 11 Uhr

Buchpremiere — Lesung und Gespräch
Moderation: Katarzyna Zorn

Thomas Falkenhain ist in dem Alter, in dem man aufräumt und sich erinnert, selbst wenn man sich nicht erinnern will. Zum Beispiel an eine heimliche Studentenliebe in den 60ern, die abrupt endete, als Mela, seine «Kirschendiebin», mit Mann und Sohn in den Westen fliehen musste. Erst aus den Stasi-Akten weiß er, dass sie ihm später Briefe geschrieben hat. Unerwartet erhält er ein Stipendium für eine römische Künstlervilla. Kaum dort eingetroffen, ertappt er eine Frau im Park, die eine Orange pflückt und sogleich isst: Mela. Als wären nicht Jahrzehnte vergangen, beginnt die Liebe von neuem.

John von Düffel «Klassenbuch»

PotsdamVilla Quandt Mi, 29. März 20 Uhr
Porträt vergrößern
John von Düffel (Photo: Katja von Düffel)

Buchpremiere — Lesung und Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Sie sind frisch in der Oberstufe, haben Deutsch bei Frau Höppner und eine Grille im Klassenraum: So beginnt der Weg von neun sehr unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern, die nach den Sommerferien in ein System zurückkehren, aus dem sie in absehbarer Zeit herausfallen werden. Es sind halbe Kinder und frühreife Erwachsene, Spinner und Computernerds, Schulschwänzer und Hochbegabte, Suizidgefährdete und Magersüchtige, Selbstdarsteller und Verschwindende an der Schnittstelle zwischen analoger und digitaler Welt. Was als ein Kranz aus isolierten Perspektiven beginnt, entwickelt sich bald zu einem fein verästelten Gesamtgebilde.

Ulrich Schacht «Notre Dame»

PotsdamVilla Quandt Do, 6. April 20 Uhr
zweigeschossige Villa vergrößern
Villa Quandt (Photo: Fontane-Archiv)

Lesung und Gespräch.
Moderation: Peter Walther

Paris, Ende 1991. Der deutsche Journalist Torben Berg ist in die französische Hauptstadt geflogen, um fern von seiner Familie den Silvesterabend zu verbringen. Zwar weiß seine zwölfährige Tochter von der Reise, nicht aber seine Frau: Ihre Ehe ist gescheitert. Der Ort ist nicht zufällig gewählt. Genau hier widerfuhr Berg anderthalb Jahre zuvor das größte Liebesglück und größte Liebesleid. Damals begleitete ihn die junge Studentin Henrike Stein aus Leipzig, die Berg nach einem Konzert Wolf Biermanns Ende 1989 kennengelernt hatte. Es begann eine gewaltige, eine erotische Liebe, die sich gleichwohl immer mehr verdunkelte und deren Schatten bis nach Paris ins Jahr 1991 reichen.

Dirk Stermann «Der Junge bekommt das Gute zuletzt»

PotsdamVilla Quandt Di, 9. Mai 20 Uhr

Lesung und Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Der Bestsellerautor und Humorist Dirk Stermann hat den traurigsten Roman der Welt geschrieben: Sein Held ist noch nicht vierzehn und schon ganz allein. Claude ist anders als andere Dreizehnjährige; da muss man gar nicht erst seine Faszination für die Geschichte der Todesstrafe in Wien erwähnen. Sein Vater lehrt Posaune am Konservatorium, die Mutter ist Ethnologin aus Leidenschaft, und das geht so weit, bis eines Tages ein echter Indio in die Wohnung zieht. Eilig wird eine Mauer hochgezogen: Auf der einen Seite wohnt die Mutter mit Claudes Bruder und dem neuem Liebhaber, auf der anderen Claude und sein Vater.

100 Jahre Russische Revolution

PotsdamVilla Quandt Di, 30. Mai 20 Uhr
Landkreis HavellandPremnitz, Villa am See Mi, 31. Mai 19.30 Uhr
Porträt vergrößern
Jörg Friedrich (Photo: Scherhaufer)

Jörg Friedrich, Vortrag

Anschließend Konzert mit Ronny Kaufhold

Organisatorisches

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

Brandenburgisches Literaturbüro
Villa Quandt
Große Weinmeisterstr. 46/47
14469 Potsdam
Tel: (0331) 2804103,
Fax: (0331) 240884
www.literaturlandschaft.de

Tourist-Info am Alten Markt,
Luisenplatz 3 und im Hauptbahnhof
Tel: 0331-27558899
www.potsdamtourismus.de

Anfahrt

Anfahrt Villa Quandt: Mit Tram 92 oder Tram 96 bis Puschkinallee, von dort 900 m Fußweg

Zuletzt aktualisiert am: 2017-07-21