

Die Bemühungen um die Pflege des musikalischen Erbes der Graun-Brüder hat in der Elbe-Elster-Region eine langjährige Tradition. Schon zu DDR-Zeiten bemühten sich Renate Wetzstein und Dieter Voigt um die Wiederentdeckung der im kleinen Städtchen Wahrenbrück geborenen Komponisten und Musiker Carl Heinrich und Johann Gottlieb Graun.
Wurde Carl Heinrich 1740 Hofkapellmeister und später Gründer des Königlichen Opernhauses Unter den Linden, so berief Friedrich II. im gleichen Jahr Johann Gottlieb zum Königlich Preußischen Konzertmeister und Orchesterleiter in Berlin.
Zu einer geschichtlichen Reise zum Leben und Werk der Brüder lädt sie das Kreismuseum Bad Liebenwerda in seiner Dauerausstellung ein, zu der auch ein Noten- und Tonträgerarchiv gehört.
Wer in seinen eigenen vier Wänden Näheres über die Grauns erfahren möchte, dem sei das Buch «Ich wünsche ihn lange zu hören» von Claudia Terne empfohlen, das beim Kulturamt Elbe-Elster erworben werden kann.
Im Landkreis Elbe-Elster trägt die Kreismusikschule den Namen «Gebrüder Graun» und es gibt seit 2001 alle zwei Jahre einen regionalen Wettbewerb für Solisten, Ensembles und Chöre um den Förderpreis Gebrüder Graun, womit die Musik der Grauns im Alltag der Menschen verankert wird.
Höhepunkte der Graun-Pflege im Elbe-Elster-Land sind seit 2003 die Internationalen Wettbewerbe um den «Gebrüder-Graun-Preis». Auch der findet alle zwei Jahre statt und ist zu einem Treffpunkt junger Künstler Europas geworden, die sich intensiv der Musik des 18. Jahrhunderts widmen. Mit einer Altersbegrenzung bis zum 30. Lebensjahr bewerben sie sich um zwei Ensemblepreise (je 5.000 €) und zwei Solistenpreise (je 2.500 €).
Zugelassen sind ausschließlich Werke von Carl Heinrich und Johann Gottlieb Graun. In der Jury vertreten sind u.a. Hermann Max (Bremen), Ludger Rémy (Dresden) und Wolfgang Katschner (Berlin), die mit ihren Ensembleproduktionen Meilensteine in der Aufführungspraxis europäischer Musik des 17. und 18. Jahrhunderts setzten. Gleichfalls vertreten ist der Autor des Graun-Werkverzeichnisses, Christoph Henzel (Würzburg).
Erstmals in diesem Jahr erfolgt der Schritt über den bloßen Wettbewerb hinaus. Höhepunkt wird dabei die Erstaufführung des Te Deum (in der deutschen Fassung von C.W. Ramler) und des Concerto Grosso G-Dur von C.H. Graun durch die Lautten Compagney und die Sing-Akademie zu Berlin sein. Das Notenmaterial aus der Sammlung der Sing-Akademie wurde vor zehn Jahren in der Ukraine wiederentdeckt, so wie über 500 weitere Werke der Graun-Familie. Seinen Abschluss findet das Festival Graunscher Musik mit einem musikalischen Gottesdienst in der Taufkirche der Grauns in Wahrenbrück.
Bürgerhaus Bad Liebenwerda
Förderpreis Gebrüder Graun
Bürgerhaus Bad Liebenwerda
Gebrüder-Graun-Preis (Teil 1)

Senza Sordini (Photo: J. Weser)
Kirche Bad Liebenwerda
Lautten Compagney Berlin
Sing-Akademie zu Berlin
Bürgerhaus Bad Liebenwerda
Konzert der Preisträger des regionalen und des internationalen Wettbewerbs
Sparkassenstiftung «Zukunft Landkreis Elbe-Elster» und
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